Spargelsaison läuft durch langen Winter in diesem Jahr verspätet an

26. April 2013

Heimischer Anbau hat große Bedeutung für Münsteraner Landwirtschaft

Münster <WLV> Spargel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, die der Mensch als Nahrungs- und Genussmittel schätzt. In diesem Jahr hat sich die Spargelernte aufgrund des ungewöhnlich langen und kalten Winters um etwa zwei Wochen verzögert. Seit Mitte April sprießen nun die ersten Stangen auf Münsters Spargelfeldern. Der erste Spargel ist dabei besonders beliebt, weiß Heinrich Bäcker, der seit 30 Jahren Spargel auf seinen Flächen in Gelmer anbaut:  „Unsere Kunden erwarten im Frühling das erste heimische Gemüse und schätzen vor allem die Regionalität des Spargels."

Dennoch: In diesem Jahr ist die Spargelsaison durch den langen Winter drei Wochen später als in den Vorjahren angelaufen. Am vergangenen Wochenende rückten die Spargelbauern erstmalig auf die Felder aus und ernteten das beliebte Kaisergemüse. Die Qualität des Spargels ist sehr gut, jedoch rechnen die Spargelbauern mit Ernteeinbußen, weil der Verkauf um drei Wochen in Rückstand geraten ist.

Spargel ist die Nummer eins des deutschen Gemüsesortiments. In und um Münster bauen etwa zehn Betriebe auf einer Fläche von 250 Hektar das leckere Gemüse an. Von diesen Spargelfeldern werden jährlich 1.125 Tonnen Spargel, also 4.500 Kilogramm pro Hektar, geerntet. Bei der Vermarktung des Spargels kommt den Marktständen und Hofläden eine besondere Bedeutung zu, denn rund 70 Prozent werden auf diesem Wege an die Verbraucher verkauft.

„Die Münsteraner Landwirtschaft ist vielfältig und umfasst nicht nur Tierhaltung und Ackerbau. Der Anbau von besonderen Kulturen, insbesondere des Spargels, ist für Münster von großer Bedeutung und garantiert einen starken regionalen Bezug“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. In den Münsteraner Hofläden erhalten die Käufer neben frischem Spargel auch viele Tipps und Rezepte rund um den Genuss des Gemüses, vor Ort können Sie den Spargelanbau von der Pflanzung bis zur Ernte verfolgen.

Schon die Griechen haben vor etwa 2500 Jahren Spargel gekannt, von den alten Römern sind sogar ausführliche Kulturanleitungen zum Spargelanbau überliefert. Die Pflanze gehört zu den Liliengewächsen wie Zwiebeln, Knoblauch, Porree und Schnittlauch. Für den Spargelanbau eignen sich leichtere, humushaltige Sandböden. Das Erstellen einer Spargelanlage beginnt im Frühjahr.

Nachdem der Boden möglichst tief gelockert wurde, werden mit Hilfe einer Spargelpflanzmaschine die Jungpflanzen gesetzt. Zu den weiteren Kulturmaßnahmen im Pflanzjahr gehört neben der Düngung nach gründlicher Bodenuntersuchung auch der Pflanzenschutz. Spargel wird im zweiten Jahr noch nicht richtig geerntet, jedoch kann ein Jahr nach dem Pflanzen schon mal je eine Stange von jeder Spargelpflanze geerntet werden. Das Ernten dieser ersten Spargelstange regt die Pflanze zu einem noch intensiveren Wachstum an. Im dritten Standjahr, also zwei Jahre nach dem Pflanzen, sollte die Spargelernte nicht länger als vier Wochen dauern und ab dem vierten Standjahr, also drei Jahre nach dem Pflanzen, kann die Anlage voll, bis zum 24. Juni beerntet werden.

Das Anhäufeln der Spargeldämme im Frühjahr erfolgt ausschließlich maschinell. Der Winterdamm wird mittels einer Frontfräse gelockert, bevor die Spargeldammfräse im gleichen Arbeitsgang des Traktors den typischen Spargeldamm formt. Nach dem Anhäufeln werden die Spargeldämme mit Folie abgedeckt. Die Folie, bestehend aus einer weißen und einer schwarzen Seite hat den Zweck, dass zum Einen der Spargel nicht violett wird, sobald er durch den Damm gewachsen ist und zum anderen, dass der Boden nicht austrocknet und somit das Ernten erschwert wird. Die Spargelsaison endet traditionell am Johannitag (24. Juni), damit die Staude genug Reservestoffe für das nächste Jahr sammeln kann.

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