Getreideernte in Münster läuft auf Hochtouren: Mähdrescher im Einsatz

05. August 2013

Landwirte stehen bei der Genossenschaft Schlange

Münster <WLV>  Erst vor zwei Wochen rückten die Landwirte in Münster zur Ernte der Win-tergerste aus, die den jährlichen Erntereigen eröffnet. Durch ein langes Frühjahr hatte sich der Erntebeginn im langjährigen Durchschnitt um zwei Wochen verzögert. In diesen Tagen nun sind die Landwirte rund um die Uhr mit modernen Maschinen im Einsatz. Aufgrund der hohen Temperaturen der vergangenen Wochen konnten Weizen und Raps Entwicklungsverzögerungen aufholen und werden bereits von den Feldern eingefahren. Auch Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer werden aktuell auf den Feldern gedroschen.

Die Getreideernte ist nach Einschätzung von Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, durchschnittlich gut. „Das lange, kalte Früh-jahr drohte zwischenzeitlich, die Ernte zu verzögern. Durch das sonnige, trockene Wetter der letzten Wochen wurde die Ernte bei einigen Kulturen aber sogar vorverlegt. Mit der bisherigen Ernte sind wir gut zufrieden“, weiß die Fachfrau, selbst Landwirtin mit Ackerbau. „Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger, wenn durch große Maschinen in diesen Tagen der Verkehr hier und da ein wenig zähflüssiger läuft – die Landwirte müssen das gute Wetter nutzen, um das Getreide trocken einzufahren.“ Derweil stehen die Landwirte bei der Genossenschaft Schlange, um ihr Getreide abzuliefern, da die Getreidearten fast gleichzeitig geerntet werden.

Der Winterweizen ist in der Region die am häufigsten angebaute Getreideart. Er umfasst eine Fläche von fast 3.000 Hektar, also rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Gesamtfläche. Für die Münsteraner Bauern ist Gerste die zweitwichtigste Getreideart. Insgesamt werden in Münster 11.000 Hektar Getreide angebaut. Damit macht das Getreide zwei Drittel der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreisverbandsgebiet aus. Das Getreide dient in erster Linie als Futtermittel für Schweine und Sauen, aber auch für das Milchvieh ist es als Kraftfutter unverzichtbar. Der auf den Feldern angebaute Mais ist derweil mitten im Wachstum und steht gerade in der Blüte. In den nächsten Tagen und Wochen benötigt er weiter Niederschlag, um wachsen zu können.

Zur Anschauung: Aus der Erntemenge von 1 m² Getreideanbaufläche kann 1 kg Brot gebacken werden. In Münster sind „über den Daumen gepeilt“ durchschnittlich 800 g Getreide je m² Anbaufläche geerntet worden. Das Mehl von 800 g Getreide und weiteren Bestandteilen reicht zum Backen von mehr als 1 kg Brot. In einem solchen Brot ist dann das Mehl von gut 16.000 Körnern verarbeitet worden. Zur Ernte dieser Körnermenge hat ein Landwirt im Herbst rund 400 Körner je m² ausgesät.

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