JVA: Ackerflächen dürfen keine Alternative für Gefängnis-Neubau werden

12. September 2013

Münsteraner Landwirte fordern: Flächen für gesunde Lebensmittel erhalten

Münster <WLV> In der Debatte um einen neuen Standort für die Justizvollzugsanstalt Münster sind Ackerflächen, die als Produktionsgrundlage für die Lebensmittelherstellung unverzichtbar sind, als Alternativen angeführt worden. Die Münsteraner Bauern fordern, wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu erhalten. Nur dann ist es auch künftig möglich, hochwertige und gesunde Nahrungsmittel aus der Region für die Menschen zu produzieren. Das betont Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

„Wir widersprechen dem NABU Münster ausdrücklich, wenn er den Eindruck erweckt, Ackerflächen seien weniger schützenswert als angeblich ökologisch hochwertigere Standorte. Was nämlich ist höher zu bewerten, als eine hervorragende Versorgung mit besten Nahrungsmitteln?“, sagt Susanne Schulze Bockeloh. Die Landwirtin weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Ackerflächen eine ökologische Wertigkeit als Lebensräume haben, für die sich die Landwirte mit ihrer täglichen Arbeit verantwortlich zeigen. Für das Vorgehen des NABU hat der Landwirtschaftliche Kreisverband kein Verständnis.

Allein in den vergangenen zehn Jahren haben die Landwirte in Münster jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren. Das entspricht einer Fläche von rund 140 Fußballfeldern. Die Münsteraner Landwirte sind bereit, über Standortalternativen zu diskutieren, machen aber deutlich, dass zunächst Konversionsflächen (z.B. durch bereits bebaute Flächen) für solche Maßnahmen geprüft werden müssen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, landwirtschaftliche Nutzfläche sei in Münster kein hohes Gut. Mit der Überschrift „Alles ist besser als Handorf“ wird aber genau das von den Naturschützern impliziert. „Für eine solche Vorgehensweise haben wir kein Verständnis“, betont Susanne Schulze Bockeloh.

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