Frühlingserwachen: Gemeinsamer Einsatz für den Schutz von Wildtieren und Insekten

26. April 2017

Appell des Runden Tisches Biodiversität: „Tiere in der Brutsaison und bei der Aufzucht nicht stören“

Münster <WLV> Wenn in diesen Tagen die Natur zu neuem Leben erwacht, tummeln sich die Junghasen auf den Feldern, Vogeleltern kümmern sich um ihre Gelege und ab Mai starten auch die Rehkitze ihre erste Erkundungstour durch Wald und Feld. „Viele Projekte haben wir im Rahmen des Runden Tisches für den Artenschutz  in den vergangenen Monaten und Jahren umgesetzt, um uns für den Schutz heimischer Tierarten stark zu machen: Nisthilfen für die Rauchschwalbe, Insektenhotels und Brutplätze für den Kiebitz haben die Landwirte ebenso unterstützt, wie den Anbau von blühenden Zwischenfrüchten, die das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten verbessern und außerdem Wildtieren einen Rückzugsort bieten“, berichtet Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Wir Landwirte ackern in und mit der Natur. Gerade deshalb ist uns an der Pflege und Erhaltung unserer Umwelt gelegen“, so Schulze Bockeloh.

Schöne Umgebungen und regionales Flair können Nebenprodukte der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion sein. Landwirte in ganz Münster engagieren sich darüber hinaus bewusst für den Natur- und Umweltschutz und setzen sich in enger Kooperation mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Jägern, der Stadt Münster und dem Naturschutzbund (NABU) für den Artenschutz ein und kommen zu diesem Zwecke regelmäßig zum Runden Tisch Biodiversität zusammen. „Alle Beteiligten des Runden Tisches haben in den vergangenen Monaten und Jahren viel unternommen, um den Artenschutz weiter voranzutreiben. Dabei suchen wir auch den Schulterschluss mit den Freizeitnutzern“, betont Hugo Hölken, Landwirt aus Münster-Nienberge, sein Anliegen. „Auch die Jägerschaft appelliert dafür, Gehwege nicht zu verlassen, da sonst die Arbeit und Bemühungen für die Pflege der Flora und Fauna zunichte gemacht werden“, so Markus von Diepenbroick-Grüter, Hegering Münster-West.

Viele Münsteraner schätzen die ländlich geprägten Ausflugsziele am Stadtrand zur Naherholung. „Bei Freizeitaktivitäten bitten wir die Münsteraner, Rücksicht auf die Belange der Tiere zu nehmen, die jetzt brüten oder ihre Jungen aufziehen“, sagt Dirk Dreier vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Stadt Münster. „Abseits von Waldwegen, auf Wiesen und Brachflächen kann es schnell passieren, dass Tiere nachhaltig gestört werden. Es besteht die Gefahr, dass Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane oder Kiebitze aufgescheucht werden, wenn beispielsweise Hunde über die Äcker laufen“, weiß Aline Reinhard, NABU Naturschutzstation Münsterland, die sich vor Ort für den Kiebitzschutz stark macht. Werden brütende Vögel, etwa durch freilaufende Hunde aufgescheucht, besteht die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen oder von anderen Tieren zerstört werden.

Neben Ackerflächen, die zur Brut genutzt werden, haben auch Feldrandstreifen eine wichtige Bedeutung zum Schutz der Tiere: Auf rund 16 Hektar Fläche haben Münsteraner Landwirte über die Aktion „Münster blüht was…“ auch in diesem Jahr wieder bunte Blühstreifen an Feldrändern angelegt. „Die Blühstreifen dienen vielen Tieren zum Brüten und für die Deckung. Außerdem wird hierdurch die Landschaft für heimische Insekten und Wildtiere attraktiver gestaltet sowie das Landschaftsbild aufgewertet. Es ist auch nicht außer Acht zu lassen, dass die von Landwirten angelegten Blühstreifen wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind. Die Blumen sollten deshalb nicht gepflückt werden“, freut sich Steffen Hogeback von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft über den Erfolg des gemeinsam umgesetzten Projektes.
 

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