Schüler des Schillergymnasiums erfahren Bedeutung des Artenschutzes

09. Juli 2018

Blühendes Band: Münsteraner Landwirte haben Blühstreifen auf 12 Hektar ausgesät

Münster <WLV>  Überall in Münster blühen in diesen Tagen entlang von Getreide und Mais bunte Blühmischungen auf den Feldern von Landwirten – insgesamt auf einer Fläche von mehr als 12 Hektar, was dem Umfang von fast 18 Fußballfeldern entspricht. Ein Blühstreifen sticht für 15 Schüler des Schillergymnasiums ganz besonders heraus: der auf dem Acker von Jochen Wernsmann in Gievenbeck. Schon im April hatten die Schüler gemeinsam mit dem Landwirt im Rahmen eines Unesco-Projekttages ihrer Schule die Blühmischung auf dem Feld ausgebracht. Neben der maschinellen Aussaat, die  die Landwirte Jochen Wernsmann und sein Nachbar Alfons Neuhaus gemeinsam gemacht haben, konnten die Schüler selbst mit anpacken und haben verschiedene Sonnenblumenarten in die Saatreihen gesät. Zudem hatten sie im Frühjahr tiefe Löcher gegraben, um alte Weidepfähle entlang der Blühmischung aufzustellen.

Das Ergebnis bewunderten die Schüler gemeinsam mit Lehrerin Eva van den Boom nun rund zwei Monate später: Aus den Saatkörnern sind bunte Pflanzen gewachsen – Buchweizen, Phacelia, Lein, Koriander und Malve zum Beispiel. Sie locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten an. Sie bieten auch einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. „In den Blühstreifen brummt und summt es, so dass man hier wirklich hautnah erlebt, was für einen enormen Nutzen die Aktion für Artenvielfalt hat“, freut sich Landwirt Jochen Wernsmann. Die alten Weidepfähle sind zur Behausung für Insekten geworden, die darin nisten. „Dieses gemeinsame Projekt von Landwirten zeigt, dass die Landwirtschaft sich aktiv für die Artenvielfalt einsetzt und für Nachhaltigkeit stark macht“, freut sich Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, die das Projekt mitinitiiert hat.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres ist die Idee der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und der Landwirtschaftlichen Kreisverbände im Münsterland geboren, mit dem Projekt „Blühendes Band durchs Münsterland“ aktiv und kreisübergreifend etwas für den Artenschutz zu tun. „Durch Blühstreifen werden wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Insekten und Tiere geschaffen. Zusätzlich zu dem breiten Angebot an Nahrung und Plätzen für die Jungenaufzucht, das die Streifen bereithalten, bereichern sie das Landschaftsbild“, sagt Steffen Hogeback, Landschaftsökologe bei der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die die Aktion durchführt und koordiniert. Auf über 150 ha, was mehr als 210 Fußballfeldern entspricht, haben Landwirte in Münster sowie den Kreisen Coesfeld, Borken, Steinfurt, Warendorf und Recklinghausen im Frühjahr  auf ihren Ackerflächen entlang von Getreide und Mais einjährige Blühstreifen angelegt.

Die in der Blüte stehenden Streifen dienen einerseits als Nahrungsquellen für Insekten wie Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Die Blühmischung bietet darüber hinaus einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Die Münsterländer Landwirte setzen sich auf diese Weise aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein und verzichten dafür freiwillig auf einen Teil ihrer Ernte. Das zur Verfügung gestellte Bio-Saatgut für die Blühstreifen, welches die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft speziell für die Aktion zusammengestellt hat, war innerhalb kürzester Zeit vergriffen. An den Feldflächen weisen Schilder auf die Blühstreifen und ihren Nutzen hin.

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