Bundesrat lehnt Antrag zur Ferkelkastration ab

21. September 2018

WLV-Präsident Röring: „Ein Tiefschlag für unsere Bauern, wir geben den Kampf für eine praktikable Lösung nicht auf“

Münster <wlv> In der heutigen Sitzung des Bundesrates konnte keine Mehrheit für den Antrag der Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gefunden werden, der eine Verlängerung der Frist der betäubungslosen chirurgischen Kastration männlicher Ferkel ermöglicht hätte. Diese Fristverlängerung ist notwendig, weil bislang praxisreife Methoden zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe fehlen.

„Diese Entscheidung ist ein Tiefschlag für unsere Bauern“, erklärt der Präsident des Westfälisch-Lippischen Bauernverbandes, Johannes Röring. „Sie macht uns fassungslos und wütend. Unsere Bauern verstehen nicht, warum die örtliche Betäubung, die in anderen Ländern der EU erlaubt ist und erfolgreich eingesetzt wird, in Deutschland keine Chance bekommt.“ Der Bundesrat hat sich gegen den tierschutzgerechten und praktikablen Weg der örtlichen Betäubung bei der Ferkelkastration entschieden. Ohne diesen Weg hat die Sauenhaltung in Deutschland derzeit keine Perspektive. Die Entscheidung des Bundesrats kann das Aus für viele Sauenhalter bedeuten. Gleichzeitig werden immer mehr Ferkel aus Dänemark und Holland eingeführt.

Der WLV fordert die Bundestagsabgeordneten auf, jetzt sehr schnell einen Gesetzesantrag zur Fristverlängerung im Bundestag auf den Weg zu bringen, der noch rechtzeitig vor dem 1. Januar 2019 beschlossen werden kann. Gleichzeitig ist Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gefordert, alles Notwendige zu tun, um einen Strukturbruch in der deutschen Ferkelerzeugung zu verhindern.

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