Bullenstall von Markus Schulze Finkenbrink stellt Tierwohl in den Mittelpunkt

06. Februar 2020

Susanne Schulze Bockeloh: „Investitionen für mehr Tierwohl brauchen Planungssicherheit!“

Münster <WLV> Groß, hell und luftig: Im modernen Stall von Bullenhalter Markus Schulze Finkenbrink steht das Tierwohl im Mittelpunkt. 2016 haben seine Tiere den neuen Stall bezogen, dort werden sie in Gruppen von 34 bis 44 Tieren gehalten. Die Bullen stehen auf Stroh, jede Bucht unterteilt sich in einen Mistgang und eine Liegebucht. Das offene Stalldach mit 14 Metern Höhe sorgt für Helligkeit und stetige Querlüftung, sodass für die Tiere durchgehend ein angenehmes Stallklima sichergestellt wird. Ein großes Angebot an Strohraufen ermöglicht den Bullen jederzeit einen freien Zugang.

„Wir haben schon vor 27 Jahren einen luftigen Offenstall mit Stroh gehabt. Aus den positiven Erfahrungen heraus ist die Idee für den neuen Stall entstanden. Bis der an Ort und Stelle stand, habe ich mir viele andere, auch ökologische Stallkonzepte angesehen, mit Fachleuten gesprochen und meine eigenen Erfahrungen aus der Tierhaltung einfließen lassen. Das alles kommt den Tieren zugute, die sich in der Herde wohlfühlen, gesund und entspannt sind, was mich als Bauer täglich bei den Stallrundgängen freut. Gleichzeitig ist dieser Stall aber auch mit hohen Investitionen verbunden und er ist zeitintensiv, weil das Stroh regelmäßig frisch eingestreut wird und die Raufen mit Stroh und Heu aufgefüllt werden müssen“, weiß Bullenhalter Markus Schulze Finkenbrink. „Für mich ist dies eine Investition mit langfristiger Perspektive, um unseren Betrieb zukunftsfähig aufzustellen“, sagt der Amelsbürener Landwirt.

Das Land NRW fördert bereits heute Tierwohlställe, wie hier am Beispiel der Bullenmast deutlich wird. Dieser Stall entspricht den Richtlinien zur Förderung von artgerechten Haltungsverfahren auf Stroh. Mehr Platz und die Strohhaltung sorgen dabei im Wesentlichen für mehr Tierwohl, verursachen aber auch deutlich höhere Produktionskosten und machen die Förderung für diesen Stall unerlässlich. „Der Arbeitsaufwand ist hoch, die Strohbergung, das tägliche Nachstreuen und Ausmisten per Frontlader sowie das Ausbringen von Mist mit dem Streuer sind maßgeblich. Hinzu kommt, dass weniger Tiere im Stall gehalten werden. Diese Art der Förderung muss Vorbild sein für die zukünftige Entwicklung zu einer umweltfreundlicheren und tiergerechteren Haltung von Nutztieren“, macht Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, deutlich.

„Wir sehen hier einen hochmodernen Stall, der allen Anforderungen an das Tierwohl Rechnung trägt. Die Bedürfnisse der Tiere nach freiem Zugang zu Wasser und Stroh werden hier ebenso berücksichtigt, wie die Haltung in Herden und die gute Lüftung, um ein angenehmes Stallklima sicherzustellen. Neue agrar-wissenschaftliche Erkenntnisse zur Haltungsform sind in den Stallbau ebenso eingeflossen, wie gesellschaftliche Ansprüche und Belange des Umweltschutzes Berücksichtigung finden“, sagt Susanne Schulze Bockeloh.

„Wir Landwirte müssen uns, wie alle Wirtschaftsbereiche, neuen Herausforderungen stellen. Genau deshalb sind viele Betriebe grundsätzlich bereit, zugunsten von noch mehr Tierwohl zu investieren. Sie brauchen aber dringend Planungssicherheit durch die Politik, um sicherzustellen, dass diese Investitionen sich dann auch langfristig tragen“, weiß die Fachfrau, die als Kandidatin für das WLV-Präsidentenamt antritt und einen Schwerpunkt auf die Fortentwicklung der Tierhaltung in Westfalen-Lippe legt.

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