Bauernverband: Wildschutz beim Mähen
„Akustische Wildretter“ schützen Rehe,
Hasen und Co.

15. Mai 2017

Foto von Simone Lategahn:
Von links nach rechts: Stefan Wördehoff und Heinrich Baumhögger zeigen auf die kleine Box. Ihr ausgesendeter, hochfrequenter Signalton soll Wildtiere wie Rehe, Fasane und Hasen vor den Mäharbeiten warnen und in die Flucht treiben.

Paderborn /wlv (Re) Wenn von Traktoren oder Mähwerke ein seltsamer Pfeifton zu hören ist, hat dies einen guten Grund: Landwirte im Kreis Paderborn setzten bei der Mahd von Grünland auf akustische Wildretter. Eine kleine Box gibt einen hochfrequenten Signalton ab. Dieses quietschende Störgeräusch in unregelmäßigen Intervallen ausgesendet soll Wildtiere wie Rehe, Fasane und Hasen vor den Mäharbeiten warnen und in die Flucht treiben.

„Über 80 Wildretter sind angeschafft“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Ein Wildwarner koste 57 Euro. Der Selbstkostenanteil für die Landwirte liege bei 25 Euro pro Gerät. „Den Rest übernimmt der Verein für Naturschutz, Wasserschutz und Landschaftspflege im Kreis Paderborn e.V. (NWL), eine Tochter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn“, berichtet der NWL-Vorsitzende Heinrich Baumhögger.

Leben retten

Neben den üblichen Gefahren durch den Straßenverkehr sind Wildtiere während der Mahd von Grünflächen einer zusätzlichen Bedrohung ausgesetzt. „Gerade die ersten Mäharbeiten im Frühjahr sind für die Tiere gefährlich, da die Jungtiere im hohen Gras kaum erkannt werden“, erläutert Heinrich Baumhögger. Sei der Bewuchs hoch genug, ergebe sich für Rehe und Kleinwild wie Feldhasen, Wildkaninchen und Fasane ein geschützter Raum. Rehricken würden vor allem im Mai ihre Kitze im dichten Gras ablegen. Hier leistet der Wildwarner gute Dienste: „Unfälle mit Wildtieren können durch den Einsatz des Wildretters vermieden werden“, unterstreicht Baumhögger.

Futter für Nutztiere nicht beeinträchtigt

„Uns liegt das Leben der Tiere am Herzen“, erläutert Beringmeier. So würden neben dem Wildbestand auch die Nutztiere geschützt. „Durch die Wildretter wird verhindert, dass das Grünfutter durch Tierkadaver beeinträchtigt wird“, betont Baumhögger. Denn bei der Verfütterung von Silage drohe Pflanzenfressern wie Kühen und Rindern durch Botulismus ein schneller Tod. „Durch Clostridium-Bakterien kann Botulinum entstehen. Das Leichengift ist für das Stallvieh hochgiftig. Es liegt also im Interesse der Landwirte, ihre Tiere vor Botulismus zu schützen“, führt Beringmeier aus. Weiter wird der Einsatz des akustischen Wildwarnsystems durch das Mähen vom innen nach außen unterstützt. Beringmeier: „Den Wildtieren wird durch das Mähen einer Grünfläche vom inneren nach außen ein Fluchtweg geboten.“

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