Großkundgebung gegen Verschärfung der Düngeverordnung
180 Landwirte und 20 Trecker aus dem Kreis Paderborn dabei

28. März 2019

„Güllefass“ von Florian Pottkamp Gegen die erneute Novellierung der Düngeverordnung findet am 4. April eine Großkundgebung in Münster statt. „Diese Verschärfungen bedrohen die gesamte Lanwirtschaft – egal, ob ökologisch oder konventionell, ob Acker-, Gemüse-, Obstbauer oder Tierhalter“, so Vorsitzender Hubertus Beringmeier.

Durch eine bodennahe und verlustarme Ausbringung wie hier mit den Schleppschläuchen wird Gülle bodenschonend auf dem Feld verteilt und eine Geruchsbelästigung reduziert.

Paderborn /WLV (Re) Die erneute Novellierung der Düngeverordnung bewegt die heimischen Landwirte enorm: Unter dem Motto „Bauern brauchen Zukunft - Zukunft braucht Bauern!“ veranstaltet der Bauernverband Westfalen-Lippe am 4. April eine Großkundgebung in Münster auf dem Domplatz. Rund 5000 Teilnehmer – auch aus den vor- und nachgelagerten Bereichen des grünen Berufszweiges - und etwa 150 Trecker werden erwartet. „Aus dem Kreis Paderborn werden sich 180 Landwirte und 20 Schlepper zur Kundgebung auf dem Weg machen“, erklärt Hubertus Beringmeier, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. Zudem werden Berufskollegen aus Niedersachsen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Rheinland kommen.

„Die neue, fachlich fragwürdige Verschärfung der Verschärfung der Düngeverordnung droht vielen Höfen den Garaus zu machen“, bringt es der Vorsitzende auf den Punkt. „Wir werden mit der Großkundgebung deutliche Zeichen an die Politik richten. Gleichzeitig betont Beringmeier: „Wir wollen unser Wasser sauber halten.“ Die Qualität und damit der Schutz des Grundwassers habe für die Bauern erste Priorität. Doch die neuen Vorschläge seien das bislang letzte Beispiel einer Reihe von immer mehr kostensteigernden Auflagen und Wünschen an die Landwirtschaft. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo sich Politik und Gesellschaft entscheiden müssen, ob sie auch künftig noch eine von bäuerlichen Familienbetrieben getragene flächendeckende Landwirtschaft in Deutschland wollen“, untermauert Beringmeier. „Wir brauchen dringend eine ehrliche Diskussion, unter welchen Voraussetzungen dies möglich ist.“ Weiter solle die Kundgebung ein deutliches Zeichen für die Dialogbereitschaft der Landwirte setzen. „Wir wollen vor Ort unsere Bemühungen beim Wasser- und Artenschutz zeigen.“

Zum Hintergrund: 2017 ist eine neue Düngeverordnung in Kraft getreten, die die Landwirte vor großen Herausforderungen stellt. „Vieles in dieser Verordnung ist richtig und wird von den Bauern mitgetragen“, unterstreicht der Vorsitzende. Er weist aber darauf hin, dass es Zeit brauche, bis der Erfolg der bereits ergriffenen Maßnahmen der laufenden Düngeverordnung Wirkung zeige und messbar sei. Nun jedoch habe das Bundeslandwirtschaftsministerium ohne Absprache mit Fachleuten, Bauern und Verbänden, einen Vorschlag zur weiteren Verschärfung des Düngerechts an die EU gereicht, die die Landwirtschaft auch im Kreis Paderborn erheblich verändern werde. Beringmeier: „Diese und weitere Maßnahmen werden den Strukturwandel in unserem Kreis massiv vorantreiben.“ Die beabsichtigte Verschärfungen der Verschärfung bedrohe die gesamte Lanwirtschaft – egal, ob ökologisch oder konventionell, ob Acker-, Gemüse-, Obstbauer oder Tierhalter. „Das werden wir nicht tatenlos hinnehmen, wir werden für die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland, in NRW, im Kreis Paderborn kämpfen“, verdeutlicht Beringmeier.

Hinweise zur Großkundgebung: Sie beginnt um 10.30 Uhr auf dem Domplatz in Münster. Erwartet werden Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser. Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes (RLV) und Albert Schulte to Brinke, Präsident des Niedersächsischen Landvolks werden zu den Bäuerinnen und Bauern sprechen. 

Presse-Kontakt

Die neue, fachlich fragwürdige Verschärfung der Düngeverordnung ist für viele Höfe nicht mehr leistbar“, erklärt Hubertus Beringmeier. Gerade kleine, bäuerliche Familienbetriebe können diese finanziell nicht mehr stemmen. Er betont, dass der Schutz des Grundwassers für die Bauern außerordentlich wichtig sei.

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