Paderborner Bauern auf Kundgebung in Bonn

Agrarpakt muss dringend auf den Prüfstand

16. Oktober 2019

Auch Landwirte aus dem Kreis Paderborn haben auf Kundgebung vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Bonn ihren Ärger deutlich gezeigt.

1 Reihe von links: Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens mit RLV-Präsident Bernhard Conzen

Paderborn /WLV (Re) „Stopp! So nicht!“ Die Bauern schlagen Alarm. „Es ist 5 vor 12! Es muss endlich Schluss sein mit dem maßlosen Aktionismus gegen die Landwirtschaft! Am Montag (14. Oktober) haben die Bauern ihrem Ärger in einer Kundgebung vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Bonn-Duisdorf ab 11:55 Uhr – fünf vor zwölf – deutlich gezeigt. Mit dabei waren auch Bauern aus dem Kreis Paderborn. „Die zunehmenden Haltungsauflagen, bürokratische Hürden und überzogenen Einschnitte nehmen uns mehr und mehr die Luft zum Atem, die Bauern sind verzweifelt“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hubertus Beringmeier und spricht damit die spürbaren Zukunftsängste der Landwirte im Lande aus. „Die Vorschläge zum Agrarpaket des Bundes haben das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht“, fügt er an. Durch das Agrarpaket sowie weitere neue Verordnungen der Bundesregierung drohen zahlreiche neue Auflagen, die die hiesigen Landwirte hart treffen. Dazu gehören das Aktionsprogramm Insektenschutz mit zusätzlichen Pflanzenschutzauflagen, das Tierwohl-Label und die Mittelumschichtung der EU-Agrargelder von der ersten in die zweite Säule sowie die neue Düngeverordnung.

Neben den 14. Oktober werden die Bauern am 22. Oktober ihre Ängste mit Protest in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn vor dem Landwirtschaftsministerium, aber auch dezentralen Aktionen zeigen. Dieser „Aufschrei“ ist an der Basis organisiert. Auch sie wollen ihre konkrete Betroffenheit durch das Agrarpaket verdeutlichen. „Wir alle haben große Angst um die Zukunft unserer Familien“, so der Vorsitzende. Besonders kleine und mittlere Höfe, die die Auflagen finanziell nicht stemmen könnten würden so aus der Landwirtschaft gedrängt. Würde so weiter mit den Bauern umgegangen, schwinde deren Existenz und damit die regionale Landwirtschaft, dies schade der gesamten Gesellschaft. Beringmeier: „Die Politik müsse sich entscheiden, ob sie auch künftig noch eine von bäuerlichen Familienbetrieben getragene flächendeckende Landwirtschaft in Deutschland will.“

Die Auflagen reichen von einem faktischen Pflanzenschutzverbot bis hin zu einem tiefen Eingriff in das Eigentum. „Wenn die Politik unsere bäuerlichen Familienbetriebe erhalten will, muss das Agrarpakt dringend auf den Prüfstand. Wir müssen tragfähige Kompromisse ausloten“, fordert der Vorsitzende. Gerade mit Blick auf umfassende Veränderungsprozesse müsse die Politik die Argumente der direkt Betroffenen endlich anhören und in ihren Entscheidungen berücksichtigen.

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1 Reihe von links:

Hermann Dedert, Wilhelm Brüggemeier, Hubertus Beringmeier, Günter Buttighoffer

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