Großer Treckerkorso von Bonn bis Bielefeld
Bauern wollen gehört werden

03. Dezember 2019

Tausende von Bäuerinnen und Bauern machten sich am Montag mit Traktoren auf den Weg, Auf einer Staffelfahrt von Bonn nach Bielefeld fuhren vor allem Junglandwirte und Junglandwirtinnen mit ihren Schleppern durch ganz NRW. Von Bonn über Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Hamm bis nach Bielefeld rollten die Jungbauern in verschiedenen Streckenabschnitten. Immer wieder schlossen sich Mitstreiter an und fuhren eine Staffel mit. „Wir wollen uns politisches Gehör verschaffen“, so Jungbauer Mirko Schmale aus Rahden. Er fuhr die Strecke von Oelde nach Bielefeld mit insgesamt 300 Traktoren mit. Landwirte aus allen Teilen Ostwestfalen-Lippe waren bei der Staffelfahrt dabei und wollten ein Zeichen setzen. Sie wurden dabei begleitet von diversen Aktionen und Kundgebungen in NRW, so fand beispielsweise auch ein Mahnfeuer im Kreis Paderborn statt.

„Einige Landwirte seien zudem aus OWL mit dem Schlepper oder mit dem LKW, beladen mit Traktoren, losgefahren um am Dienstag um 12 Uhr bei der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu sein“, schildert der Vorsitzende den Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, Hubertus Beringmeier. Ein Großteil aus OWL sei mit dem Zug, Sonderzug, Bus oder Auto in die Hauptstadt unterwegs.

Ein ganzer Berufsstand ist mobilisiert. Sie wollen ihre Kritik an der aktuellen Politik in Berlin zum Ausdruck bringen. Aufgerufen hat die Bewegung „Land schafft Verbindung“, Landwirte und Landwirtinnen, die sich vorwiegend über die sozialen Netzwerke zusammengeschlossen haben. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Landwirtschaftliche Bezirksverband unterstützen diese Aktion. Sie wollen erneut ihren Unmut über die anstehenden Ge- und Verbote, Anordnungen und Gesetzesvorhaben zeigen. Sie möchten aber klarstellen: „Wir demonstrieren nicht gegen Umwelt –, Tier– oder Insektenschutz“, betont Mirko Schmale. Sie demonstrieren dafür, dass sie in Veränderungsprozesse mit einbezogen zu werden. Sie wollen diese mitgestalten. „Wir fordern mehr Sachverstand“, unterstreicht Mirko Schmale. Über die Köpfe derer, die Änderungen nachher umsetzen müssen, zu entscheiden, sei einfach nicht richtig und keineswegs zielführend. Das gelte für das Insektenprogramm ebenso wie für die Düngeverordnung oder auch das umstrittene Mercosur-Abkommen.

„Es gibt viele Baustellen. Wir müssen sie gemeinsam angehen“, sagt Mirko Schmale. „Dann erreichen wir doch viel mehr“, ist auch Hubertus Beringmeier überzeugt, „wenn unsere Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit einfließen und berücksichtigt werden.“ Kooperation statt Ordnungsrecht, Miteinander statt überzogener Bürokratie- und Auflagenflut, so dass wir alle Beteiligten mitnehmen – das ist das Anliegen der Landwirte.

Hintergrund des Protestes: Die Zukunftsangst in den Bauernfamilien ist groß. Selten war die Stimmung unter den Landwirten so angespannt wie derzeit. Der politische Druck auf die Landwirtschaft wachse unentwegt – besonders das von den Ministerinnen Schulze und Klöckner beschlossene Agrarpaket habe das Fass zum Überlaufen gebracht, erklärt Junglandwirt Mirko Schmale.

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