Blühendes Band durch Bauernhand

25. Juli 2019

Landwirte mit Blühstreifen für den Artenschutz

Ein symbolisches, blühendes Band zwischen den Landkreisen des Münsterlandes zu schaffen – das ist der Antrieb der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und der Landwirtschaftlichen Kreisverbände. Mitmachen können alle Landwirte im Münsterland.

Das von der Stiftung Westfälische Landschaft den Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellte Bio-Saatgut für die Blühstreifen war innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Die Austeilung des Saatgut für den Kreisverband Recklinghausen erfolgt ab Mitte März durch die Raiffeisen-Warengenossenschaft Haltern eG in Haltern am See.

Im Jahr 2018 hat die Stiftung Westfälische Landschaft Saatgut für 150 ha zur Verfügung gestellt. Aufgrund der großen Nachfrage stellt die Stiftung Westfälische Landschaft für das Jahr 2019 Saatgut für 750 ha zur Verfügung. In Dorsten befindet sich ein etwa 8 km langer Blühstreifen, was einer Fläche von 2,5 ha entspricht.

Für dieses Band sollen Blühstreifen am Getreide oder Maisacker angelegt werden. Die Aussaat erfolgt je nach Witterung Mitte April. Die Saatgut-Mischung besteht aus vierzehn einjährigen Kulturarten ohne Gras und verbleibt bis weit über die Hauptkultur hinaus auf den Feldern. An den Feldern finden sich auch Schilder, die auf die Blühstreifen hinweisen.

Die Streifen dienen dabei einerseits als Nahrungsquellen für Insekten wie Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Die Blühmischung bietet darüber hinaus einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Die Münsterländer Landwirte setzen sich auf diese Weise aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein und verzichten dafür freiwillig auf einen Teil ihrer Ernte.

„Im unserem Kreisverband haben wir Saatgut für 24 ha Blühstreifen an unsere Landwirte verteilen. Diese Resonanz zeigt uns, dass Landwirte gerne bereit sind, sich für die Artenvielfalt einzusetzen.“, erklärt Wolfgang König, Geschäftsführer der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.

„Durch die Blühstreifen wird die Struktur in der Landschaft erhöht. Zahlreiche Insekten und Tiere die auf und an den Feldern leben finden hier Rückzugsräume. Sie finden hier außerdem Nahrung und können hier ihre Jungen aufziehen.“, erklärt Hendrik Specht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die die Aktion durchführt und koordiniert. In mehreren Ortschaften erklärt sich zudem je ein Landwirt bereit, die Aussaat für benachbarte Berufskollegen zu übernehmen. „Das spart Zeit für die Einstellung der Maschinen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl unter den teilnehmenden Landwirten.“

Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft hat es sich zum Ziel gemacht, die nachhaltige Nutzungsfähigkeit, Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaften in Westfalen-Lippe als Lebensraum für ihre charakteristische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu fördern. Dabei setzt sich die Stiftung für die Zusammenführung der Belange von Landwirtschaft und Naturschutz ein. Aktionen zur Anlage von Feldlerchenfenstern und Nisthilfen für die Rauchschwalbe wurden von Landwirten ebenso unterstützt, wie die Umsetzung von Vogelschutzpaketen, die Sträucher, Regiosaatgut und Nistkästen umfassen. Insektenhotels und Nisthilfen für den Steinkauz sind weitere Projekte, die Landwirte zum Schutz der Artenvielfalt umsetzen.

In Dorsten sind zudem viele Blühstreifen in Zusammenarbeit mit den Jägern angelegt und umgesetzt worden.

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