Landwirtevorsitzender Wortmann mahnt sensiblen Umgang mit Land an">

"Stoppt Flächenfraß" - Bauern plädieren für "Landwirtschaftsschutzgebiete"
Landwirtevorsitzender Wortmann mahnt sensiblen Umgang mit Land an

11. März 2013

Hamm (wlv). Stündlich verschwinden allein in Hamm mehr als 52 Quadratmeter fruchtbaren Bodens von der Bildfläche.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann mahnte am Montagmorgen anlässlich des „Fachdialoges Siedlungsflächen“, zu der der Regionalverband Ruhr Behördenvertreter in den Maximilianpark in Hamm eingeladen hatte, einen sensiblen Umgang mit gutem Ackerboden und der Natur an. „Der Flächenverbrauch nimmt dramatisch zu. Fruchtbarer Boden ist ein knappes und nicht vermehrbares Gut“, so Wortmann. Mit einer „Flächenverbrauchsuhr“, die den Flächenverbrauch in NRW von zwei Quadratmetern pro Sekunde zählt, machten die Landwirte auf die aktuelle Situation aufmerksam.

Der anhaltend starke Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen durch die Ausweisung von Gewerbe- und Baugebieten, Infrastrukturprojekten und Ausgleichsmaßnahmen sei für die Landwirtschaft zu einem ernsten Problem geworden, sagt Wortmann und führt weiter aus: „Wir fragen uns, wie künftig auf einer schrumpfenden Fläche gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungs­mitteln versorgt, erneuerbare Energien erzeugt und dem Umweltschutz verstärkt Rechnung getragen werden soll.“ Wichtige Maßnahmen gegen den Flächenfraß seien: Vorrangig Industriebrachen statt neuer Gewerbegebiete nutzen, Innenentwicklung der Städte vor Außenentwicklung betreiben, für Ausgleichsmaßnahmen möglichst keine landwirtschaftlichen Flächen verbrauchen, so Wortmann.  „Wir brauchen ein Schutzprogramm für land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, also ‚Landwirtschaftsschutzgebiete!“, appelliert er.

Ein sensibler Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen sei aus mehreren Gründen notwendig, so Hans-Heinrich Wortmann. Einerseits sollten die Städte und Gemeinden in der Region noch liebens– und lebenswert sein; dazu seien freie Flächen als Naherholungsgebiet unerlässlich. „Zudem haben uns gerade die vergangenen Jahre gezeigt, das die Weltvorräte an Nahrungsmitteln bei steigendem Bedarf dramatisch geschrumpft sind, und wir uns in Zukunft den verschwenderischen Umgang mit der wertvollen Ressource Ackerland nicht mehr werden leisten können“, mahnt Wortmann an. Das Gleiche gelte auch vor dem Hintergrund des notwendigen Einsatzes erneuerbarer Energien.

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