Zustand der Lippe: Grenzwerte sind amtlich festgelegt

03. April 2019

Hamm/Werne/Lünen (wlv). „Grenzwerte – auch die für Nitrat – sind amtlich festgelegt und für alle verbindlich“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann. Da könne es nicht sein, dass ein Verein einen Zielwert von 11 Milligramm pro Liter Nitrat heranziehe, obwohl die gesetzlich geltende Umweltqualitätsnorm bei 50 Milligramm pro Liter liege und dieser Verein dann anhand eigens gezogener Messwerte zu dem Schluss komme, die Lippe sei aufgrund von Nitrat in einem schlechten Zustand. So meldet sich die heimische Landwirtschaft auf die Pressemittelung des Vereins „VSR-Gewässerschutz“ aus der letzten Woche zu Wort.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sei zuständig für die regelmäßige fach- und sachgerechte Probenahme und Überwachung der Oberflächengewässer, auch der Lippe, erklärt Dr. Harald Lopotz, Geschäftsführer der Kreisstelle Ruhr-Lippe der Landwirtschaftskammer NRW.  Die Messergebnisse des LANUVs würden für die offizielle Zustandsbewertung, die auch öffentlich unter „www.flussgebiete.nrw.de“ einsehbar sei, verwendet. Diese Zustandsbewertung sage bei allen Abschnitten der Lippe aus, dass die Gewässerqualität bezüglich Nitrat als gut bewertet werde. „Bei einer Überschreitung des Aktionswertes in Höhe von 50 mg Nitrat pro Liter, der neben der Trinkwasserverordnung auch in der Oberflächengewässerverordnung verankert ist, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verringerung der Belastung zu erreichen“, erklärt der Fachmann. Die Lippe weise keine Überschreitung auf, was auch die nicht amtlichen Messungen des VSR-Gewässerschutz e.V. bestätigen würden.

Landwirtevorsitzender Wortmann sagt: „Uns Bauern ist der Gewässerschutz außerordentlich wichtig“, zudem mahnt er eine Versachlichung der Diskussion an: „Für alle Beteiligten wäre es hilfreich, auf amtliche Messergebnisse und Stellungnahmen, die es beispielweise von der  Bezirksregierung oder vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen gebe, zurückzugreifen.“ Darüber hinaus sollten die Bemühungen der Landwirtschaft im konventionellen und ökologischen Landbau für den Gewässerschutz in den Blick genommen werden, bevor pauschale Vorverurteilungen erfolgten, ergänzt Dr. Harald Lopotz.

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