Landwirte in Sorge

05. April 2019

Rund 150 Bauern und Bäuerinnen aus der Region Ruhr-Lippe fuhren zur Kundgebung

Ruhr-Lippe (WLV). Rund 150 Landwirte und Landwirtinnen aus der Region Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) machten sich am Donnerstagmorgen auf den Weg zur Großkundgebung nach Münster auf. „Bauern brauchen Zukunft - Zukunft braucht Bauern!“ unter diesem Motto veranstaltete der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband am 4. April eine Großkundgebung. Insgesamt drängten sich gut 6000 Bauern und Bäuerinnen auf dem Münsteraner Domplatz. Prominente Redner waren neben verschiedenen Bauernpräsidenten die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser.


Anlass für die Veranstaltung war die erneute drastische Verschärfung der Düngeverordnung. Die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Novellierung des Düngerechts seien der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte, sagt Hans-Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe. Immer mehr kostensteigernde Auflagen und Verordnungen nähmen den heimischen Bauern jegliche Planungssicherheit.


Gerade erst im Sommer 2017 sei eine neue aufwendige Düngeverordnung erlassen worden, die in der Vegetationsperiode 2018 das erste Mal vollständig Anwendung gefunden hätte. Nach einem guten Jahr werde bereits eine Reform der Reform des Düngerechts gefordert, ohne die Wirkung der bisherigen Maßnahmen zu betrachten, so Wortmann. „Wir sprechen uns mit der Kritik an den Berliner Vorschlägen keineswegs gegen den Grundwasserschutz aus“, unterstreicht er: „Dieser steht für uns an höchster Stelle.“ Dieses werde beispielsweise in dem großen Engagement der Bauern in den erfolgreich arbeitenden Wasserkooperationen vor Ort deutlich.


Politik und Gesellschaft müsse sich entscheiden, ob sie auch künftig noch von Bauernfamilien getragene Landwirtschaft in Deutschland wolle und unter welchen Voraussetzungen dies möglich sei. „Wenn die Gesellschaft regional erzeugte Lebensmittel will, muss sie ihren Bauern auch Rahmenbedingungen zugestehen, die eine regionale Erzeugung möglich machen“, sagt Wortmann.


Die Stimmung in Münster war von Existenzängsten geprägt, die besonders bei den jungen Landwirtinnen und Landwirten spürbar wurde. „Familienbetriebe erhalten“, „ThursdayForFamers“,  „Stirbt der Bauer, stirbt das Land“, das waren nur einige Aussagen, die auf zahlreichen Schildern zu finden waren.

Presse-Kontakt

Gut 6000 Bauern und Bäuerinnen waren zur Kundgebung nach Münster gekommen, rund 150 davon aus der Region Ruhr-Lippe.

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