Ein gelber Schimmer liegt über den Feldern

12. April 2019

Rapsblüte beginnt in der Region

Ruhr-Lippe (wlv). Noch ist es ein erster zarter gelber Schimmer, aber schon bald werden leuchtend gelbe Rapsfelder mit ihrem angenehm süßlichen Blütenduft die Frühjahrslandschaft in der Region Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) prägen.

 „Mit knapp 10 Prozent der Ackerfläche in der Region Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) erfreut der Raps nicht nur den Betrachter, sondern spendet auch den Honigbienen und anderen Insekten reichlich Nektar“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hans-Heinrich Wortmann. „Raps ist eine sehr zuverlässige Honigtracht und auch bei unseren heimischen Imkern ein begehrtes Wanderziel“, sagt er und führt weiter aus: „Nebenbei befruchten die Bienen die Blüten.“  Als Selbst- und Fremdbefruchter könne die Rapsblüte zwar sich selbst und auch benachbarte Blüten befruchten, aber bei Insektenbeflug durch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen sei der Fruchtansatz und Ertrag deutlich höher. Beide Seiten hätten so einen Vorteil, sagt Wortmann.  

Eine Rapspflanze bilde bis zu 100 Blüten. „Daraus wachsen dann in Schoten ca. 2.500 kleine, runde, schwarzbraune Samenkörner mit einem Ölgehalt von etwa 40 Prozent heran“, so der Vorsitzende. Rapsöl aus heimischer Erzeugung sei das beliebteste Speiseöl in deutschen Küchen. Das Öl werde aber nicht nur für Ernährungszwecke, sondern auch als nachwachsender Rohstoff verwendet. Es eigne sich als Schmieröl oder -fett oder auch als Kraftstoff. Der Vorteil bestehe in dem nahezu vollständig geschlossenen Kohlendioxidkreislauf. Neben dem Öl sei auch das bei der Pressung anfallende Schrot begehrt. „Rapsschrot ist ein gutes eiweißhaltiges Futtermittel für unsere Tiere“, sagt Wortmann.

Raps hat einige ackerbauliche Vorteile: In der Fruchtfolge verbessert er die Boden-fruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem, das den Boden gut durchlüftet und über die langen Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten kann“, erläutert der Vorsitzende. Nährstoffe, die vom Regen nach unten ausgewaschen worden seien, könne der Raps noch nutzen. Durch eine lange Vegetationsperiode, die sich von der Aussaat Ende August/Anfang September bis zu Ernte im Folgejahr Ende Juli/Anfang August erstrecke, sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, unterstreicht Wortmann.

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