Landwirtevorsitzender Wortmann:
Agrarpaket überhaupt nicht akzeptabel für heimische Bauern

05. September 2019

Ruhr-Lippe (wlv). „Damit sind wir Landwirte nicht mehr handlungsfähig“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann zum Agrarpaket, das Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Landwirtschafts-ministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch vorgestellt haben. Das Paket sei reiner politscher Aktionismus.


Wir müssen in der Lage sein, weiterhin eine fach- und sachgerechte Landwirtschaft betreiben zu können und zudem müssen wir in Europa noch einen Hauch von Wettbewerbskraft besitzen“, sagt der Landwirt. Es sei eine politische Fehlentscheidung der Bundesregierung, wenn zusätzliche massive Auflagen die heimische Landwirtschaft belasten, die für den gleichen europäischen Markt mit gleichen Preisen wie die Kollegen aus den Nachbarländern erzeugen müsse.


Besonders das geplante Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten treffe die heimische Landwirtschaft. „Wir gehen sehr sparsam und sorgsam mit Pflanzenschutzmitteln um“, so Wortmann, „müssen aber weiterhin die Möglichkeit haben, unsere Pflanzen gesund zu erhalten.“ Einem Arzt könnten auch nicht die Medikamente genommen werden. Schon jetzt gebe es beispiels¬weise beim Raps große Probleme. „Viele Flächen werden im kommenden Mai nicht mehr gelb blühen und den Bienen Nahrung bieten“, sagt er.


Es gebe viele Bestrebungen innerhalb der Landwirtschaft zum Insektenschutz und zum Tierwohl, die deutliche Erfolge brächten, so beispielsweise die Initiative Tierwohl. „Wir vermissen hier die Unterstützung der Politik“, sagt Wortmann. Anstelle dessen, gebe es permanent neue Auflagen, die nicht auf fachlicher Ebene, sondern auf rein politischer entstünden.

„Auflagen werden fast ausschließlich auf Kosten der Landwirtschaft gemacht, da die geringe Anzahl an Bauernfamilien, die es noch gibt, als Wählerklientel nicht mehr die Rolle spielt“, sagt Wortmann. Was mache man beim Insektenschutz bei den Handlungsfeldern ‚Flächenversieglung‘ oder ‚Lichtverschmutzung‘? Hier gäbe es keine Auflagen.


„Die Politik muss sich entscheiden, ob sie in Deutschland noch Landwirtschaft haben will“, sagt der Bauernvorsitzende. „Wir müssen wissen, ob wir unsern Kindern bei aller Liebe zu den Tieren und zur Natur noch empfehlen können, Landwirtschaft zu lernen und unsere Höfe zu übernehmen.“


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