Erholung in der Natur
Richtiges Verhalten in Feld und Flur

07. Mai 2020

Ruhr-Lippe (wlv). Der Mai ist mit schönstem Sonnenwetter da und es zieht die Menschen nach draußen. Gerade in Corona-Zeiten suchen die Menschen die Abgeschiedenheit in der heimischen Feldflur. „Wir beobachten in diesem Jahr gerade in unserem Ballungsraum viel mehr Spaziergänger und Fahrradfahrer auf den Feldwegen als in anderen Jahren“, sagt Hans-Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Bochum, Dortmund, Hamm und Herne). Beim Gespräch mit den erholungsuchenden Menschen würden die Landwirte häufig gefragt, was in Feld und Flur in Ordnung sei und was nicht, so Wortmann. Auf einige Fragen zum Verhalten in der Landschaft gibt Landwirtevorsitzender Wortmann hier die Antworten:

Wo dürfen wir uns als Fahrradfahrer und Fußgänger überall bewegen?
Wortmann: Die Antwort ist recht einfach. Bitte bleiben Sie auf den Wegen. Felder und Wiesen sind zu dieser Jahreszeit mit Früchten bestellt. Jeder der darüber läuft oder fährt, schädigt die Pflanzen.

Was ist mit einem Picknick?
Wortmann: Was gibt es Schöneres als mit Kindern in der Natur zu picknicken? Am Rand von Feldwegen ist das kein Problem. An vielen Stellen findet man auch Bänke. Aber bitte, nehmen Sie jeglichen Müll wieder mit. Auch Reste von Nahrungsmitteln sollten auf jeden Fall wieder eingepackt werden. Die Wurst vom Brot könne beispielweise die Afrikanische Schweinepest, die in Osteuropa grassiert, auf unsere Wildschweine übertragen.

Wo darf sich mein Hund überall bewegen?
Wortmann: Auch hier gilt: Bitte bleiben Sie auf den Wegen! Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Tiere in Feld und Flur ihre Jungen aufziehen. Freilaufende Hunde sind für diese Tiere eine große Gefahr.
Zudem ist auch Hundekot in Wiesen und Weiden eine vielfach unterschätzte Gefahr für Rinder und Pferde. Krankheitserreger im Hundekot können beispielsweise bei Rindern zu Fehl- oder Totgeburten führen,

Dürfen wir ein Lagerfeuer machen?
Wortmann: Zugegeben, schön und romantisch kann das schon sein, aber nicht erlaubt in der freien Landschaft, denn es kann sehr gefährlich werden - besonders bei der momentanen Trockenheit. Verschiedene Lagerfeuer in den letzten Wochen haben zu Waldbränden geführt. Auch, wenn kein Wald in der Nähe ist, auf die nächste Hecke oder die nächsten Büsche kann sich ein Feuer schnell ausbreiten. Also bitte: Kein Feuer in der Landschaft!

Wie verhalten wir uns in der Nähe von Weidetieren?
Wortmann: Bitte verhalten Sie sich ruhig. Laute Musik oder Krach kann die Tiere erschrecken und in Panik versetzten. Bitte auch keinen Müll in der Nähe von Wiesen und Weiden liegen lassen, denn der bekommt den Tieren überhaupt nicht gut. Kühe beispielsweise können kleinere Gegenstände leicht mitfressen. Besonders spitze Metallgegenstände und scharfe Kanten gefährden dabei die inneren Organe der Tiere. Setzt sich ein spitzer Metallgegenstand fest, ist das für ein Tier sehr schmerzhaft und kann sogar sein Leben gefährden.

Wenn wir etwas wissen möchten?
Wortmann: Wir Landwirte freuen uns über jegliches Interesse an der Natur und unseren Früchten auf den Federn. Bitte fragen Sie uns, wenn Sie etwas wissen möchten. Scheuen Sie sich nicht Landwirte anzusprechen, die auf den Feldern arbeiten oder die Sie auf Feldwegen treffen.

Presse-Kontakt

Landwirtevorsitzender Hans-Heinrich Wortmann gibt Tipps für das richtige Verhalten in Feld und Flur

Müll, der in der Landschaft liegen bleibt, kann von Kühen schnell mitgefressen und den Tieren gefährlich werden.

Daten werden geladen …