Blühstreifen-Aktion der Bauern fällt auf fruchtbaren Boden

17. Mai 2019

Blühendes Band durch Bauernhand wächst im Kreis Soest auf 500 Kilometern

Westfalen-Lippe/Soest <wlv> Von Soest bis Berlin: So weit reichen die Blühstreifen, die die Bauern im Kreis Soest in den vergangenen Wochen im Rahmen der Aktion „Blühendes Band durch Bauernhand“ auf ihren Feldern angelegt haben. Das blühende Band der Bauern aus dem gesamten Westfalen-Lippe würde sogar bis Dubai reichen. Auf 1.500 Hektar ihrer Ackerfläche (umgerechnet 5.000 km Länge bei 3 Meter Breite) wurden nicht Getreide, Kartoffeln oder Mais angebaut, sondern eine Mischung aus verschiedenen Wildblumen und Kräutern. Die bunte Farbenpracht bietet in den kommenden Monaten Nektar für Schmetterlinge, Bienen und viele weitere Insekten. Hier finden Bodenbrüter Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete. Die Samen sind zudem Nahrung zahlreicher Vögel.

Für Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), sind die Blühstreifen und Blühflächen ein eindrucksvolles Beispiel für gelebten Artenschutz der heimischen Landwirtschaft. „Die blühenden Streifen erfreuen das Auge, geben aber zu allererst Insekten und anderen Wildtieren Lebensraum und Nahrung“, sagte Brüggemeier bei der Zwischenbilanz des Projekts „Blühendes Band durch Bauernhand“ in Soest. Das Projekt ist Teil der „Offensive Nachhaltigkeit. Brüggemeier: „ Mit der „Offensive Nachhaltigkeit“ verfolgen wir einen ambitionierten Maßnahmenplan mit zahlreichen Projekten aus allen Bereichen der Landwirtschaft. Diese Blühstreifen sind ein Teil davon.“

Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest, berichtet von einem immer stärker wachsenden Engagement der heimischen Landwirte beim Anlegen von Blühstreifen und Blühflächen. 500 Kilometer Blühstreifen haben die Landwirte im Kreisgebiet angelegt. Lehmenkühler erläuterte: „Von Reptilien und kleinen Säugetieren werden die Blühstreifen als Wohn- und Nistplatz genutzt, die zudem dort auch Deckung vor Greifvögeln finden. Bei der Mischung haben wir besonders auf eine Zusammensetzung von heimischen Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten geachtet, damit den Tieren ein kontinuierliches Nahrungsangebot geliefert werde.

Mitgearbeitet am blühenden Band durch Bauernhand haben Schülerinnen und Schüler von 35 Schulen, drei Kindergärten und einem Sportverein aus dem Kreis Soest. So wie das Aldegrever Gymnasium in Soest machten sie ein Stück vom Schulgarten, etwas Rasenfläche oder eine geschotterte Fläche für eine Blühfläche frei und bekamen von den Landwirten das dazu passende Saatgut geschenkt, damit es nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt summt und brummt. Am Aldegrever Gymnasium kümmert sich eine Schul-AG um den Schulgarten. Dort wachsen nun neben Gemüse und Obst auf einer Blühfläche Blumen und Wildkräuter als Nahrungsquelle für viele Insekten. Elke Hentschel, stellvertretende Schulleiterin, machte deutlich, wie wichtig Naturerfahrungen für die Schülerinnen und Schüler seien. Gemeinsam wurde der Schulgarten im vergangenen Jahr angelegt, Obst und Gemüse angebaut, geerntet und zubereitet.

Die Blühstreifen im Kreis Soest sind Teil der Westfalen-Lippe ca. 30.000 KilogrammBlühmischung ausgesät. Unterstützt wird die Aktion durch die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Da viele Landwirte zusätzlich auf eigene Rechnung Saatgut gekauft haben ist das blühende Band durch Bauernhand wohl noch sehr viel länger.

 

Hinweis
Allen, die selbst am Blühenden Band mitwirken möchten, stellen die heimischen Landwirte auf dem Bördetag ins Soest (17.-19. Mai) am Stand der Landwirtschaft das dafür passende Saatgut für den eigenen Garten zur Verfügung.

 

So haben wir gerechnet:
Nach uns vorliegenden Zahlen sind von Landwirten in Westfalen-Lippe in den vergangenen Wochen 30.000 Kilogramm Saatgut für Blühstreifen abgenommen worden. Bei einer geschätzten Saatmenge von 20 kg/ha (empfohlene Menge: 15-20 kg/ha) ergibt dies mindestens eine Fläche von 1.500 Hektar. Umgerechnet auf einen Blühstreifen von 3 Meter Breite entsteht jetzt in Westfalen-Lippe ein blühendes Band von mindestens 5.000 Kilometern.

Presse-Kontakt

Schülerinnen und Schüler der Garten-AG des Aldegrever Gymnasiums in Soest säen in ihrem Schulgarten eine Blumenwiese ein. Unterstützt werden sie dabei von Landwirten, die der Garten-AG mit Saatgut und Anbau-Tipps zur Seite stehen.

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