Vertrauen statt Stimmungsmache

27. Februar 2018

Marc Henrichmann (MdB) im Austausch mit dem WLV-Kreisverband

Kreis Steinfurt. Mitten im Strukturwandel sieht sich die Landwirtschaft im Kreis Steinfurt. „Wir erwarten von der Politik, dass sie in dieser Situation unserem Berufsstand den Rücken stärkt“, erklärte Franz-Georg Koers, Kreisgeschäftsführer des WLV-Kreisverbandes Steinfurt. Gemeinsam mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Johann Prümers und dessen Stellvertreter Albert Rohlmann traf er sich jetzt zum Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann.

Der CDU-Politiker unterstrich, dass sich seine Partei sowie CSU und SPD im Koalitionsvertrag „klar zur bäuerlichen und regional verwurzelten Landwirtschaft“ bekennen. „Wir sind ein starker Wirtschaftsbereich“, verdeutlichte Prümers, dessen Kreisverband 4200 Mitgliedsbetriebe vertritt. Unter denen macht sich immer häufiger Frust breit. „Junge, gut ausgebildete Landwirte geben ihre Betriebe auf, weil sie sich nicht von gewissen Gruppen diffamieren lassen wollen“, erklärte er. Auch Henrichmann kritisierte, wenn „bewusst Stimmung gegen Landwirte“ gemacht werde. Der Abgeordnete, der auch für Altenberge, Nordwalde und Laer zuständig ist, mahnte mehr gegenseitiges Vertrauen an.

Darin, dass es Veränderungsbedarf gibt, zeigten sich Politiker und Vertreter der Landwirte einig. Prümers selbst brachte eine Obergrenze für Stallgrößen ins Spiel. Zu große Betriebe führten zu Akzeptanzproblemen, „wir haben uns in eine Diskussion hineinziehen lassen, in der es nur noch um Industrialisierung geht“. Die Folge sei, „dass wir nun gar keine Stallentwicklung mehr genehmigt bekommen“, meinte der Verbandsvorsitzende. Erweiterungen seien aber auch aus einem anderen Grund schwierig: „Auf den Höfen fehlen Fachkräfte“, erklärte Rohlmann.

Nutzungsänderungen von aufgegebenen Höfen, die zu Konflikten zwischen Betrieben und Wohnnutzung führen können, Bürokratieabbau und Biodiversität waren weitere Themen. Henrichmann versprach, weiterhin ein offenes Ohr für die Themen der Bauern zu haben und sich regelmäßig austauschen zu wollen. Die WLV-Vertreter hörten es gern, denn „der ländliche Raum funktioniert nicht ohne Landwirtschaft“, so Koers.

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