Landwirtschaft und Naturschutz kein Widerspruch

02. März 2018

Biodiversitätstagung der Landwirtschaft

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. Biodiversität und Artenschutz sind die Themen, die sich die Landwirtschaft im Kreis Steinfurt für das Jahr 2018 ganz oben auf die Agenda geschrieben haben. „Wir wollen die Gründe für den Rückgang der Arten analysieren und nach Lösungen suchen, diese Entwicklung nicht nur aufzuhalten, sondern auch umzukehren“, sagte der WLV-Kreisverbandsvorsitzende Johann Prümers jetzt im Rahmen einer Biodiversitätstagung, zu der der WLV-Kreisverband und die Landwirtschaftskammer alle Ortsverbandsvorsitzenden und Ortslandwirte eingeladen hatten.

„Landwirtschaft und Naturschutz sind kein Widerspruch“, machten Annika Brinkert und Nicole Heinrichs von der Biologischen Station Kreis Steinfurt deutlich und stellten Projekte vor, wie Landwirte mit kleinen Brachen Raum schaffen können für Feldlerche, Kiebitz und Co. „Ob Greening, Agrarumweltmaßnahmen oder Vertragsnaturschutz - auf jedem Betrieb lassen sich Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung umsetzen“, ist Stefanie Feldmann, Biodiversitätsberatung der Landwirtschaftskammer, überzeugt. Sie bietet für interessierte Landwirte eine kostenlose einzelbetriebliche Biodiversitätsberatung an. Die Bedeutung produktionsintegrierter Kompensation beleuchtete Dorothee Gerleve-Oster, Geschäftsführerin der Kreisstelle Steinfurt der Landwirtschaftskammer. Johann Prümers nahm die Wegeseitenränder in den Blick. Spätestens bis zum Ende des Jahres sollen in allen Kommunen die Eigentumsverhältnisse geklärt werden, um anschließend gemeinsam zu prüfen, in welchem Umfang Blühstreifen oder Blühflächen an den Wegeränder angelegt werden können.

Sehr interessiert verfolgten die Tagungsteilnehmer die Vorstellung verschiedener praktischer Modelle zum freiwilligen Anlegen von Blühstreifen und Jagdschneisen. In einigen Ortsverbänden läuft bereits eine intensive Werbung für die Einsaat von Blühmischungen. „Wir müssen jetzt anfangen, jeder in seinem Bereich“, forderte auch Albert Rohlmann, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender.

„Ich habe mitbekommen: Bei Ihnen ist viel in Bewegung“, freute sich Lothar Hempel vom Kreisimkerverein. Damit aus einem Blühstreifen eine gute Bienenweide wird, sollten die Landwirte auf regionales Saatgut achten und möglichst „warme“ Standorte auswählen. „Die Interessenunterschiede zwischen Imkern und Landwirten sind nicht so groß, wie mancher herbeiredet“, so Hempel. „Eine Verbesserung der Umwelt ist nur mit und nicht gegen Landwirte möglich.“

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Bienenweide - Blühfläche in Hörstel

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