WLV-Präsident Johannes Röring zu Tierhaltungsfragen
Tierhaltung zwischen Anforderungen der Märkte und Erwartungen der Gesellschaft

15. November 2012

Der gesellschaftliche Druck ist hoch, die Stimmen laut: Deutsche Bauern sollen mehr auf  Tierwohl, Tiergesundheit und Haltungsbedingungen achten. „Wir sind zu vielem bereit.  Aber wir müssen so wirtschaften, dass es den Märkten gerecht wird und wir unser Einkommen erzielen. In einer funktionierenden Marktwirtschaft regeln sich Angebot und Nachfrage. Aber hier gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was der Verbraucher fordert und dem, was er tut. Vor allem, wenn er sein Portemonnaie öffnen soll“, so Johannes Röring. Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes widmete sich dem komplexen Thema „Tierhaltung zwischen Anforderungen der Märkte und den Erwartungen der Gesellschaft“ und sprach beim Kreisverbandsausschuss der heimischen Landwirte im Sparkassenforum vor vollen Rängen.

Als Beispiel für die hohe Verantwortung der Branche für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit  nannte der WLV-Präsident das von EU und Landesregierung geförderte Projekt „Gesunde Tiere – gesunde Lebensmittel“, das Aufschluss geben soll, wie die Tiergesundheit verbessert und die Lebensmittelsicherheit erhöht werden kann. Johannes Röring ließ keinen Zweifel daran, dass Landwirte die Experten in Sachen Tierhaltung sind. Auch wenn die Gesellschaft dies häufig in Frage stelle. „Und als Experten gehören wir an die runden Tische, dort, wo über Lebensmittelproduktion und Tiergesundheit diskutiert wird“. Es könne nicht sein, dass Landwirte in den Expertenrunden fehlten, gleichzeitig aber Betriebs- und Branchenfremde den Bauern vorschreiben wollten, was sie auf den Höfe zu tun haben. Dabei nahm der WLV-Präsident die Landwirte durchaus in die Pflicht: „Wo es Missstände gibt, müssen sie offen angesprochen werden. Und wir müssen unser Tun selbstkritisch anschauen“, so Röring.

Zu den Anforderungen der Märkte betonte Johannes Röring: „Nicht nur wir sind auf hart umkämpften Märkten unterwegs. Auch unsere Abnehmer. Bei sinkender Bevölkerungszahl und leicht nachlassendem Fleischkonsum stagnieren die Inlandsmärkte“. Deshalb sei der Export in Zukunft immer wichtiger, obwohl das Hauptaugenmerk auf die Inlandsmärkte gerichtet bleibe.

Verbandspolitisch würdigte der Präsident die enorme Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe – von klein bis groß, ökologisch und konventionell, im Sauerland beheimatet oder im Münsterland: „Wir brauchen und wir haben diese Vielfalt. Und Warendorf ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng der Berufsstand zusammen steht und mit vielen Organisationen an einem Strang zieht, etwa den Landfrauen, der Landjugend oder der Landwirtschaftskammer. Im Kreis Warendorf brummt die Landwirtschaft, hier geschieht eine Menge auf den Betrieben!“

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