Chefredakteur von Top Agrar zur Zukunft intensiver Tierhaltung

19. Oktober 2012

In Deutschland hat sich der Fleischverbrauch in den letzten 30 Jahren verdoppelt: Rund 65 Kilo isst ein Bundesbürger im Durchschnitt pro Jahr. „Trotzdem kritisieren viele Verbraucher die intensive Tierhaltung“, bilanzierte Dr. Ludger Schulze Pals, Chefredakteur von Top Agrar, beim Kreisverbandsausschuss vor rund 70 Landwirten. Der Fachjournalist hatte jede Menge Zahlenmaterial im Gepäck und gab seinen interessierten Zuhörern einen umfassenden Überblick über „Die Zukunft der intensiven Tierhaltung in Deutschland“.

Und diese ist nach Ansicht des Chefredakteurs positiv – vorausgesetzt, die Agrarbranche nimmt die Verbraucherkritik Ernst. Im Gegenzug müssten allerdings Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzverbände endlich die wirtschaftlichen Zwänge der Landwirte im internationalen Wettbewerb respektieren. „Produktion auf hohem Niveau zu niedrigen Preisen hat zu keiner Zeit in keiner Branche funktioniert. Die Verbraucher müssen bereit sein, für zusätzliche Leistungen der Landwirte zu zahlen. Dafür lohnt es sich, gemeinsam konstruktiv und fair zu ringen“, appellierte Dr. Schulze Pals.

Als Fleisch-Nettoexporteur werden 60% der gesamten deutschen Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft erbracht. Verkaufserlöse von 21 Mrd. EUR aus der Tierproduktion sprechen für sich. Mit ihren vor- und nachgelagerten Branchen stellt die Veredlung in Deutschland 600.000 Arbeitsplätze bereit. „Die Verbraucher tun sich schwer mit dem dynamischen Wachstum, der strohlosen Aufstallung oder dem Medikamenteneinsatz. Und die Politik hat bereits mit etlichen Maßnahmen reagiert. Und trotzdem müssen alle Reglements mit Augenmaß erfolgen und den im internationalen Wettbewerb stehenden Landwirten auch zugemutet werden können. Und auch das Tempo der Umsetzung politischer Forderungen muss angemessen sein“, so der Fachmann und betont: „Der Verbraucher hat immer noch die idyllischen Strohställe vor Augen. Das dürfen wir ihm nicht vorwerfen: Niemand hat ihm gesagt, dass die Realität heute eine andere ist. Auch wir nicht.“ Daher sei Aufklärungsarbeit unverzichtbar.

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