WLV-Präsident Röring: „Technischer Fortschritt zum Wohle der Tiere“

23. August 2013

Die Landwirtschaft hat Bestand, weil sie die Grundlage jeder Volkswirtschaft ist. Daran ließ WLV-Präsident Johannes Röring beim CDU-Abend auf Hof Schulze Rötering in Ahlen keinen Zweifel. Allerdings sei die Landwirtschaft einem Wandel unterworfen, der einen gigantischen technischen Fortschritt mit sich gebracht habe. „Aber weil wir die Verbraucher in den letzten zwei Jahrzehnten nicht mitgenommen haben, haben sie wenig Verständnis für diese Entwicklung. Das müssen wir dringend ändern und zeigen, dass technischer Fortschritt durchaus zum Wohle unserer Tiere ist“, appellierte Röring für mehr Öffentlichkeitsarbeit auf den Höfen. Durch Arbeitsteilung entstünden in anderen Branchen guten Produkte. In der Landwirtschaft ebenso: Wenn ein Ferkelerzeuger seine Tiere an den Schweinemäster gebe und dieser seine Tiere mit gutem Schlachtgewicht zum Schlachtbetrieb bringe, sei nichts dagegen einzuwenden, fette Teile nach Moskau zu exportieren, die Schwänze mit hoher Wertschätzung an China zu verkaufen und die Schnitzel in Deutschland zu vermarkten. „Derartige Wertschöpfungsketten müssen wir nach vorne bringen“, so der WLV-Präsident.

Er verwies deutlich auf die Bringschuld der Landwirtschaft: „Wir müssen den Konsumenten zeigen, wo ihr tägliches Brot herkommt“. Dabei müssten aber auch Defizite offen angesprochen werden. Hier habe der WLV auch in jüngster Zeit viel erreicht, betonten der Präsident und nannte als Beispiele das WLV-Leitbild sowie die Havichhorster Erklärung. Mit Blick auf das Baugesetzbuch würdigte er das frühe Engagement des Bauernverbandes, sich für die Entwicklungschancen von Jungbetrieben einzusetzen und das Risiko von Fremdinvestoren zu minimieren. „Es war richtig, im BauGB die gewerbliche Tierhaltung zuzulassen, aber mit einem Deckel zu versehen“, ist der Präsident überzeugt.

Die Agrarwende, die von der „grünen Ministerriege“ angestrebt werde, würde ungleich teurer als die Energiewende. Ein Verzicht auf 50 % des Ertrages in Deutschland sei nicht praktikabel. „Wir haben eine Verantwortung über Deutschland hinaus. Dafür brauchen wir eine stabile Landwirtschaft mit verlässlichen Rahmenbedingungen“, so Röring und betonte: „Die Politik tut gut daran, nicht alles zu regulieren, sondern Vertrauen in die Landwirtschaft zu setzen“.

Dass die Landwirtschaft in Erneuerbare Energie investiert habe, sei gut. Der rückwertige Eingriff, wie kürzlich noch von Bundesumweltminister Altmaier erwähnt, sei vom Tisch. Es sei jedoch ein Fehler, mit welcher Geschwindigkeit die Energiewende betrieben werde. „Das geht nicht in 10 Jahren. Die Energiewende ist ein Generationenprojekt“, so Röring. Schließlich müssten die Menschen die Energiewende auch bezahlen können.

Eine der zentralen Aufgaben sei die Lösung, Energie in die Netze zu bringen. „Windkraft dort, wo sie hinpasst“, forderte der Präsident. Es mache keinen Sinn, um Landschaftsschutzgebiete einen großen Bogen zu machen und die Windräder dann den Menschen vor die Nase zu setzen. „Der Mensch geht vor!“, so Röring, definierte Windkraft aber zugleich als sehr innovativ und leistungsfähig. Demgegenüber komme der Bioenergie zunehmend Bedeutung als Regelenergie zu. „Wir haben in der Landwirtschaft einen Riesenstrauß an Möglichkeiten, ein Familieneinkommen zu erzielen. Da gehört die Energie dazu“, so Röring. Trotz der dadurch entstehenden Flächenkonkurrenz sei es gut, dass es diese zusätzliche Wertschöpfung gebe. „Die Energiewende wird weitergehen. Aber die Geschwindigkeit muss raus!“, forderte der WLV-Präsident.

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