"Fracking ist noch eine Risikotechnologie"

24. Juni 2014

Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker im Gespräch mit Vertretern der Landwirtschaft

Besprachen aktuelle politische Aspekte (v.Li.): Geschäftsführer Dr. Matthias Quas, MdB Reinhold Sendker, Mitarbeiterin Sibylle Gausing und Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh.

Zum turnusmäßigen Gedankenaustausch traf jetzt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (Westkirchen) mit dem Vorsitzenden des WLV-Kreisverbandes Hermann-Josef Schulze-Zumloh und WLV-Kreisgeschäftsführer Dr. Matthias Quas in der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf zusammen. Dabei standen aktuelle Themen aus der Landwirtschaft mit bundespolitischem Bezug im Mittelpunkt.

Zum Thema Fracking verwies Sendker auf die im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen. Die Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und Änderungen im Wasserhaushaltsgesetz könnten zwar einen klaren Rechtsrahmen schaffen. Trotzdem sei Fracking im Moment noch eine Risikotechnologie und der angestrebte Rechtsrahmen wirke am Ende als Erlaubnisgesetz. Der unkonventionellen Schiefergasförderung könne er unter den gegebenen wie auch zur Zeit geplanten Bedingungen nicht zustimmen, bezog Sendker eindeutig Stellung. Auch aus Sicht der Landwirte birgt das Fracking, beim dem mit Wasser und Chemikalien Gas aus tiefen Gesteinsschichten herausgepresst und an die Erdoberfläche gepumpt wird, ein unkalkulierbares Risiko für Grundwasser und eine sichere Lebensmittelproduktion. Zu unerforscht ist die Methode des Fracking in Deutschland. „Müssen wir mit einer unausgereiften Technologie Bodenschätze fördern, die wir derzeit noch gar nicht brauchen?“ stellt auch Dr. Matthias Quas als Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes die sich abzeichnende Entwicklung in Frage.

Angesichts möglicher Umweltbelastungen durch das Fracking äußerte Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh sein Unverständnis über die vom Bundesrat geplanten strikten Vorschriften für Jauch-Gülle-Sickersaft-Anlagen: „Güllebehälter sind keine Atomkraftwerke. Wir bauen Güllebehälter, um Wirtschaftsdünger zielgerichtet und grundwasserschonend einzusetzen. In der Vergangenheit hat es keine nennenswerten Vorfälle gegeben. Trotzdem soll es künftig für bestimmte Güllebehälter die Verpflichtung zur Nachrüstung geben. Da stehen Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis“, so der Landwirt. Eine Einschätzung, die auch Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker teilt, der sich beim Bundesumweltministerium dafür einsetzen will, dass es bei der alten Regelung bleibt: „Hier haben Sie meine volle Zustimmung und Unterstützung“. Schulze-Zumloh betonte, dass die Landwirte notwendige und sinnvolle technische Lösungen selbstverständlich nicht in Frage stellten.

Mit Blick auf den Bundesverkehrswegeplan 2015 (BVWP) erklärte der Politiker, dass 70 Prozent der Projekte den Erhalt und 30 Prozent den Aus- und Neubau von Straßen vorsehen. Sendker erläuterte abschließend das Verfahren zur Vorbereitung und Umsetzung des BVWP.

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