Landwirte sprechen mit MdB Sendker über Novelle Düngeverordnung

09. Februar 2015

Beim Jahresgespräch zwischen dem Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker und  Vertretern der Landwirtschaft standen aktuelle politische Themen auf der Tagesordnung. Im Vordergrund stand zunächst die Düngeverordnung: Sie regelt bundesweit den Düngemitteleinsatz, dem insbesondere in Veredlungsregionen ein besonderer Stellenwert zukommt. Die Novellierung war notwendig geworden wegen eines laufenden Vertragsverletzungsverfahrens der EU gegen Deutschland. Für die Landwirte ist das nicht nachvollziehbar: Denn die bestehende Düngeverordnung zeige deutliche  Verbesserungen beim Gewässerschutz: „Die Nitratwerte, die heute gemessen werden, haben ihre Ursache vor 10 Jahren. Inzwischen geht man längst sensibler mit dem Gülleeinsatz um. Doch die Fortschritte werden erst in weiteren 10 Jahren messbar sein“, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Für völlig absurd hält er die in der Novelle vorgesehene Düngeplanung: „Uns Landwirten wird abverlangt, quasi noch vor dem Düngen den zu erwartenden Ernteertrag zu schätzen und entsprechend den Düngeeinsatz zu planen und dies schriftlich festzuhalten!“, so Schulze-Zumloh. Der Entwurf sieht eine weitergehende Begrenzung der Phosphatdüngung vor.

Sollte die Düngeverordnung in der geplanten Form umgesetzt werden, so steige im Kreis Warendorf der Flächenbedarf immens.

Der Vorsitzende der Warendorfer Landwirte fordert, dass die sogenannte Derogationsregelung nicht nur für Grünlandbetriebe, sondern für alle Betriebe gelte: Bislang dürfen nur Betriebe, die auf Grünlandstandorten mit hohen Erträgen wirtschaften, unter strengen Auflagen einen höheren Anteil organischer Düngemittel verwenden.

Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker stimmte den Landwirten zu, dass die Düngung der Pflanzen nach Bedarf erfolgen müsse.

Weiterer Gesprächspunkt war die Antibiotikadatenbank, in die alle Tierhalter, die Nutztiere ab einer bestimmten Anzahl halten, die Antibiotikagabe eintragen müssen. Von den Landwirten wird die Datenerfassung ausdrücklich begrüßt, um anhand exakter Daten den Einsatz noch weiter als bisher einschränken zu können. Deutlicher Unmut regt sich bei den Tierhaltern jedoch hinsichtlich des enormen bürokratischen Aufwands: Dass die Daten tagesgenau eingetragen werden müssen und nicht gebündelt erfasst werden können, halten sie für einen unverhältnismäßigen und unzumutbaren Mehraufwand. “Für halbjährliche Indexberechnungen brauche ich keine  tagesgenaue Meldung“, erklärt Kreislandwirt Karl Werring. Auch hier ist der CDU-Politiker auf Seiten der Landwirte und betont: „Das bestehende QS-System reicht vollkommen aus zur Erfassung der Durchschnittswerte.“

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