Staatssekretär gibt Landwirten Rückendeckung

29. Oktober 2015

"Globale Märkte ohne Deutschland sind undenkbar"

Die Landwirte erhalten Rückendeckung von Peter Bleser, Staatssekretär im Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung: Die Bauern stünden immer wieder im Fokus öffentlicher Kritik. Dabei müsste der Druck von der Landwirtschaft genommen werden. Auch die Agrarreform bedürfe der Nachbesserung, weil die geforderte Bürokratie eine Bevormundung darstelle, „wie es sie noch nie gegeben hat“, so Bleser. Bleser sprach im Sparkassenforum vor dem Kreisverbands-ausschuss der heimischen Landwirte. Zu Gast waren MdL Astrid Birkhahn, MdB Reinhold Sendker, Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Axel Linke.

Deutschland kann sich nicht abschotten

Unverständlich ist dem Bundestagsabgeordneten die öffentliche Kritik, deutsche Bauern sollten nicht für den Export, sondern nur für den eigenen Bedarf produzieren. Dabei habe Deutschland allein im vergangenen Jahr für 76 Mrd. Euro Lebensmittel importiert. Die EU sei zweitgrößter Importeur der Welt. Globale Märkte mit einer Abschottung Deutschlands seien gar nicht vorstellbar. Dem Bürger fehle offenbar das Verständnis für die moderne Landwirtschaft. „Das erinnert mich an die Fußball-WM 2006, als wir in Deutschland 80 Mio. Fußballtrainer hatten“, so Bleser. Tatsächlich seien die europäischen Landwirte die ersten gewesen, die keine Exporterstattung mehr beanspruchten. „Aber nun haben wir eine schwierige Marktlage. Da muss der Staat helfen“, so Bleser und verwies auf das Hilfeprogramm, das Brüssel auf den Weg gebracht habe und das den deutschen Bauern mit rund 70 Mio. EUR unter die Arme greift.

Verhandlungen zum Grundwasser erzielen "halbwegs Konsens"

Bezüglich der Düngeverordnung würden Bundesländer, Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium die Nitratrichtlinie der EU umsetzen. „Wir wollen unser Grundwasser schützen und reinhalten. Aber man muss wissen, wie man es macht und nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“, erklärte Bleser. Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Umweltministerium sei „halbwegs ein Konsens“ erzielt worden, etwa hinsichtlich der Sperrzeiten und der Phosphatbilanz. Die Vereinbarungen müssten jetzt durch den Bundesrat. Ergebnisse werden für nächstes Frühjahr erwartet.

"Nutztierhaltung darf nicht in Nachbarländer abwandern"

Dass deutsche Landwirte einen guten Tierschutz praktizieren, daran lässt er keinen Zweifel. Teile der Gesellschaft behandelten das Thema jedoch nicht rational: „Wer in einer Zweizimmerwohnung einen Hund hält und eine starke emotionale Bindung aufbaut, dem ist landwirtschaftliche Nutztierhaltung kaum zu vermitteln.“ Tatsächlich aber kümmerten sich Landwirt sehr gut um ihre Tiere. Rund um die Uhr. „Das ist doch selbstverständlich!“ Es gebe in der EU kein Land, in der die landwirtschaftliche Nutztierhaltung derart tierschutzfreundlich praktiziert werde. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die neuesten Technologien ebenso wie die Forschung. Deutschland müsse wettbewerbsfähig bleiben. „Es nützt doch nichts, wenn wir die besten Vorschläge machen, aber die landwirtschaftliche Nutztierhaltung in die Nachbarländer abwandert“, ist Bleser überzeugt und lobte die vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband mitgeschaffene Initiative Tierwohl. „Untersuchungen haben ergeben, dass zwischen Umfragen und Kundenverhalten eine große Differenz herrscht: Der Kunde zahlt nicht für das, was er fordert. Hier bietet die Initiative dem Verbraucher erstmals die Möglichkeit, tatsächlich einen Obolus für Tierwohl zu leisten“, so der Bundestagsabgeordnete.

 

 

 

 

Presse-Kontakt