Bauern in NRW fordern Lösungen für drängende Probleme

26. April 2018

Bauernverbände beziehen Position am Rande der Agrarministerkonferenz

Münster <wlv> Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen fordern von den Agrarpolitikern in Bund und Ländern zügig Lösungen für drängende Probleme in Tierhaltung und Ackerbau! Dies ist die zentrale Botschaft, die ca. 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland heute den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder bei ihrer Kundgebung übermittelten. 

„Der gesellschaftliche Wandel äußert sich in vielen neuen Ansprüchen an unsere Nutztierhaltung und unseren Ackerbau, er stellt unsere Betriebe vor erhebliche Herausforderungen. Wir Bauernfamilien stellen uns dieser Situation und sind auch zu Veränderungen bereit. Aber wir haben auch eine starke Verantwortung gegenüber unseren Familien und wo wir ggf. erheblich investieren sollen, brauchen wir Klarheit über die künftigen Rahmenbedingungen. Ich erwarte von den anwesenden Agrarministerinnen und Agrarministern, dass sie diese Klarheit jetzt schaffen, denn in vielen Fragen drängt die Zeit“, sagte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) Johannes Röring heute.

Der WLV und der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) erwarten von der NRW-Landesregierung eine „Vorwärtsstrategie“, die Entwicklung eindeutiger Perspektiven für die wirtschaftenden Betriebe. Hierbei geht es im Bereich der Nutztierhaltung u.a. um die Verständigung auf ein akzeptiertes Verfahren zur Ferkelkastration ab 2019 und angemessene Übergangsfristen für Neuregelungen in der Sauenhaltung, die sich an Abschreibungszeiträumen orientieren. Zudem fordern die beiden Landesbauernverbände eine staatliche Tierwohlkennzeichnung mit Herkunfts- und Haltungsangaben und eine vereinfachte Investitionsförderung im Bereich der Silagelagerung, im Bereich des Ackerbaus ein Bekenntnis der Politik zum Pflanzenschutz und weniger Bürokratie bei der Förderung von Artenvielfalt auf dem Acker.

Sehr kritisch sehen beide Verbände vereinzelte Vorschläge, erneut eine Mengenregulierung im Milchsektor einzuführen. „Die Einführung eines quotenähnlichen Regimes im EU-Milchmarkt lehnen wir entschieden ab“, stellte WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier hierzu klar.

Brüggemeier ergänzte: „Veränderungen brauchen Zeit und kosten Geld. Deshalb ist seitens der Politik Augenmaß bei der Umsetzung gesetzgeberischer Entscheidungen gefragt. Wir fordern die Landesregierung auf, jetzt zügig praxisnahe Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu finden“. 

Heute werden die Agrarminister des Bundes und der Länder in Münster zu ihrer turnusmäßigen halbjährlichen Agrarministerkonferenz zusammentreten und bis morgen über aktuelle Themen beraten. Nordrhein-Westfalen ist 2018 Vorsitzland dieser Konferenzen.

Die gemeinsame Resolution des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands und des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands finden Sie hier zum Download. 

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