NRW-Nährstoffbericht 2017 verschafft Transparenz und zeigt Handlungsbedarf

18. April 2018

WLV-Präsident Röring: „Wir stellen uns der Herausforderung!“

Münster <wlv> Der heute vom NRW-Landwirtschaftsministerium vorgestellte „NRW-Nährstoffbericht 2017“ bildet eine solide Basis, um wirksame Schritte zum Schutz des Grund- und Oberflächenwassers auf den Weg zu bringen. Zu dieser Einschätzung gelangt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) nach einer ersten Prüfung der vorliegenden Daten. Der Verband sieht neben Politik und Verwaltung auch die heimische Landwirtschaft selbst gefordert, durch eigene Initiativen an einer Reduzierung der Nährstoffbelastung mitzuwirken.        

„Der Nährstoffbericht 2017 stellt den aktuellen Anfall und Einsatz von organischen Wirtschaftsdüngern in Nordrhein-Westfalen transparent und detailliert dar. Zugleich verdeutlicht er die Aufgabe, den Einsatz von Mineraldüngern noch weiter zu reduzieren. Dies kann und will die Landwirtschaft in Westfalen-Lippe schaffen, indem sie Nährstoffe aus Gülle, Mist und Gärresten künftig noch besser an die Pflanzenwurzel bringt. Damit werden wir nicht zuletzt auch einer wesentlichen Anforderung der neuen Düngeverordnung gerecht“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring 

Der von der Landwirtschaftskammer NRW erstellte und vom Düsseldorfer Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) veröffentlichte Nährstoff-bericht 2017 ist der zweite Bericht, der die Nährstoffsituation für NRW bis hinunter auf die Ebene der Kreise und kreisfreien Städte darlegt. Der erste Bericht zur gleichen Thematik stammt aus dem Jahr 2013. 

Nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands verweist der Nährstoffbericht auf das Erfordernis größerer Lagerkapazitäten, um Arbeitsspitzen zu entzerren und die weniger effiziente Herbstdüngung regional weiter zurückzuführen. Hier sieht der WLV Politik und Verwaltung gefordert, um die Genehmigungsverfahren für Lagerstätten zu vereinfachen.

Ein besonderes Augenmerk richtet WLV-Präsident Röring auf die überbetriebliche Verbringung von Wirtschaftsdüngern: „Wir haben in Westfalen-Lippe zahlreiche Betriebe, in denen mehr Wirtschaftsdünger anfallen, als die eigenen Flächen aufnehmen dürfen. Auf anderen Betrieben fällt dagegen gar kein organischer Dünger an, weil sie keine Tiere halten. Hier ist es im Sinne einer Kreislaufwirtschaft sinnvoll, noch stärker als bisher Wirtschaftsdünger von Tierhaltern an Ackerbauern abzugeben.“ Um dies zu erreichen, müsse der Verband allerdings um Verständnis werben und auf seriöse Kritik aus der Bevölkerung an Gülletransporten und der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern eingehen. 

Die Reduzierung der Nitratbelastung heimischer Gewässer bildet einen Schwerpunkt im Rahmen umfassender Anstrengungen der Landwirtschaft in Westfalen-Lippe, bis zum Jahr 2030 neue Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewinnen. Im Rahmen der „Offensive Nach-haltigkeit“, die der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband im Mai 2017 gestartet hat, sollen in über 40 Leitprojekten nachhaltigere Wirtschaftsformen vorangetrieben werden – u.a. im Bereich der Düngung. Neue Verfahren der Aufbereitung von Gülle, wie sie derzeit mit Unterstützung des WLV auf den Weg gebracht werden, sollen nicht nur deren Transportwürdigkeit erhöhen, sondern auch die Geruchsbelastungen deutlich senken.

Abschließend sagte WLV-Präsident Röring: „Die Nutztierhaltung bildet das Rückgrat unserer Landwirtschaft in Westfalen-Lippe. Die Akzeptanz unserer Tierhaltung durch die große Mehrheit der Gesellschaft ist daher von grundlegender Bedeutung für uns. Beim Umgang mit Wirtschaftsdüngern müssen wir besser werden. Dieser Herausforderung stellen wir uns!“  

 

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