Unternehmerisches Denken stärken statt staatliche Vorgaben einführen

03. Mai 2018

Münster <wlv> „Völlig überraschend hat sich die NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking am vergangenen Freitag auf der Agrarministerkonferenz in Münster für eine temporäre, obligatorische und entschädigungslose Milchmengenreduzierung im Krisenfall ausgesprochen“, so Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Bei diesem milchpolitischen Thema ginge es um eine Grundsatzfrage: „Wollen und unterstützen wir unternehmerische Entscheidungen jedes einzelnen Milcherzeugers oder machen wir uns für staatliche Reglementierungen stark“, unterstreicht Brüggemeier seinen Ärger über das Abstimmungsverhalten von NRW. 

Nach Auffassung des WLV sollte die Ministerin die Entscheidung über die Gestaltung der Lieferbeziehungen und der Mengenplanung den beteiligten Milcherzeugern und Molkereien überlassen. Die allermeisten Milcherzeuger in Westfalen-Lippe stünden für Vertragsfreiheit und wollten keine staatlichen Eingriffe in die Milchmenge. Denn dazu müsste wieder ein quotenähnliches System aufgebaut werden, mit dem gesamten administrativen Regelungswerk über Mengenkontrollen für jeden einzelnen Milchviehbetrieb bis hin zu einem Sanktionsmechanismus bei Nichteinhaltung der Vorgaben. Zudem blieben die Fragen, wann eine Krise auszurufen sei und ob eine Mengendrosselung für alle Molkereien gelte. Also auch beispielsweise für Nischenmolkereien, die Milch suchten und eine gute Auszahlung erwirtschaften. 

Diese wichtigen Fragen gelte es gemeinsam mit dem Berufsstand zu erörtern, bevor man Position über milchpolitische Grundsatzfragen bezieht, so Brüggemeier. Dies sei eigentlich auch das Ansinnen gewesen, mit der die Ministerin ihr Amt angetreten habe. 

 

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