Bauern sehen akuten Handlungsbedarf in vielen Bereichen

04. Juni 2018

WLV-Präsidium mit großer Mehrheit wiedergewählt

Das neue WLV-Präsidium (v.r.n.l.): Wilhelm Brüggemeier (Vizepräsident), Johannes Röring (Präsident), Henner Braach (Vizepräsident) und Franz-Josef Möllers (Ehrenpräsident).

Münster <wlv> Die Bauern in Westfalen-Lippe erwarten von der Politik in den kommenden Monaten tragfähige Lösungen für lange diskutierte Gesetzgebungsvorhaben. Vor allem in der Nutztierhaltung gibt es nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) erheblichen Zeitdruck und dringenden Handlungsbedarf. Die Delegierten des Verbandes sehen die Interessenvertretung der Landwirtschaft vor harten Auseinandersetzungen und sprachen der langjährigen Verbandsführung auf ihrem Landesverbandsausschuss erneut ihr Vertrauen aus.

„Wir gehen davon aus, dass die neue NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser und Bundesagrarministerin Julia Klöckner alles in ihren Kräften stehende tun werden, um die anstehenden Gesetzgebungsvorhaben zügig abzuarbeiten. Die Liste wichtiger Themen ist lang und die Zeit drängt“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring heute in Münster.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband u.a. bei der Umsetzung von Anforderungen zum Bau von Silageanlagen und Güllebehältern auf den Betrieben, bei der Umsetzung der Länderöffnungsklausel der Düngeverordnung, bei der Entwicklung eines auf Bundesebene angekündigten staatlichen Tierwohllabels und bei der Ausgestaltung von Vorsorgemaßnahmen gegen die aus Osteuropa heranrückende Afrikanische Schweinepest.

In gesonderten Entschließungen forderten die Delegierten wirtschaftlich tragfähige Lösungen für Vorgaben zur baulichen Ausgestaltung von Sauenställen und zur Durchführung von Ferkelkastrationen. Zugleich erneuerten sie ihre harte Kritik an Stalleinbrüchen durch sogenannte Tierrechtler und forderten rechtliche Schritte, um dieser in weiten Teilen Deutschlands weiter um sich greifenden Praxis Einhalt zu gebieten.

Die am letzten Freitag von der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge zur Ausgestaltung der europäischen Agrarförderung nach 2020 wurden von den Delegierten deutlich kritisiert. Die geplante Kombination von höheren Umweltauflagen, niedrigeren Direktzahlungen und mehr nationalen Freiräumen in der Agrarförderung werde absehbar zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation auf den Betrieben und zu noch mehr Verzerrungen im Wettbewerb zwischen den EU-Staaten führen.

Im Bereich der Direktzahlungen forderten die Delegierten das Brüsseler Vorhaben, kleine und mittlere Höfe durch einen Zuschlag auf die ersten Hektare künftig stärker als bisher zu fördern. Insgesamt sei der Branche vor allem durch ein stabiles Agrarbudget, eine wirksame Vereinfachung der Förderpolitik und einen durchgreifenden Bürokratieabbau geholfen.

Am Vormittag hatten die über 100 Delegierten der 19 WLV-Kreisverbände und assoziierten Verbände das Präsidium des Verbandes neu gewählt. Mit großer Mehrheit wurden Präsident Johannes Röring (Borken) und seine beiden Vizepräsidenten Wilhelm Brüggemeier (Herford) sowie Henner Braach (Siegen), seit 2012 in dieser Zusammensetzung im Amt, für drei weitere Jahre in ihren Funktionen bestätigt. Satzungsgemäß wählen die knapp 40.000 Mitglieder des WLV alle drei Jahre ihre ehrenamtlichen Führungspersonen auf Orts-, Kreis- und Landesebene.

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