Feldarbeiten: Landwirte machen sich für den Schutz von Wildtieren stark

25. April 2019

Artenschutz: Rehkitze, Hasen und Fasane haben für Landwirte große Bedeutung

Münster <wlv> Wenn in diesen Tagen die Mahd von Grünland oder Grünroggen ansteht, dann fällt der Termin mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen. „Wir setzen hier auf eine bewährte Zusammenarbeit von Landwirten, Lohnunternehmern und Jägern, um die Tiere in ihrem natürlichen Raum zu schützen und entsprechend Rücksicht zu nehmen. Vor und während der Feldarbeiten arbeiten wir eng zusammen. Außerdem werden Feldflächen, dort wo es möglich ist, von innen nach außen gemäht, um den Tieren ausreichend Fluchtmöglichkeiten zu bieten“, freut sich WLV-Präsident Johannes Röring über die gute Zusammenarbeit zum Schutz der Tiere.

Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung) helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. Mitunter werden zu diesem Zweck auch Drohnen eingesetzt. Solche Maßnahmen sind für den Artenschutz, aber auch die Landwirte wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wenn Traktoren und Mähmaschinen einen unbekannten Pfeifton von sich geben, dann hat dies einen guten Grund: Zunehmend setzen Landwirte bei ihren Feldarbeiten akustische Wildretter ein. Ein hochfrequenter Signalton – angebracht an den landwirtschaftlichen Maschinen oder aufgestellt an Feldflächen – warnt Wildtiere wie Rehkitze, Fasane und Hasen durch einen schrillen Pfeifton vor den anstehenden Mäharbeiten, sodass diese ausreichend Zeit haben, die Feldfläche zu verlassen. Hierbei kommt es oftmals zu einer engen Zusammenarbeit mit den Jägern.

Für die heimischen Landwirte liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Schutz  der Artenvielfalt. Durch verschiedene Maßnahmen wie etwa das Anlegen von Lerchenfenstern oder Blühstreifen unterstützen sie den Artenschutz. "Wir Landwirte machen uns stark für die Vielfalt der Arten in unserer Kulturlandschaft und freuen uns, wenn wir den Tieren auf unseren Feldern und Höfen ein zu Hause bieten“, macht Johannes Röring das Anliegen der Landwirte deutlich. „Insbesondere für den Kiebitzschutz müssen wir noch mehr tun. Gerne rufe ich meine Berufskollegen in diesem Zusammenhang auf, nach Wegen zu suchen, um den Kiebitz zu schützen“, so Röring.

Neben der Landwirtschaft ist jeder einzelne in der Pflicht, etwas für den Artenschutz zu tun. Viele Westfalen schätzen die ländlich geprägten Ausflugsziele zur Naherholung. „Bei Freizeitaktivitäten bitten wir darum, Rücksicht auf die Belange der Tiere zu nehmen, die jetzt brüten oder ihre Jungen aufziehen“, sagt Johannes Röring weiter. „Abseits von Waldwegen, auf Wiesen und Brachflächen kann es schnell passieren, dass Tiere nachhaltig gestört werden. Es besteht die Gefahr, dass Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane oder Kiebitze aufgescheucht werden, wenn beispielsweise Hunde über die Äcker laufen“, weiß Röring.
 

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