Globaler Milchmarkt zeigt positive Entwicklung

26. April 2019

WLV-Vizepräsident Brüggemeier. „Erzeugerpreise passen nicht zum Markt!“

Münster <wlv> Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband beurteilt die Aussichten auf dem Milchmarkt positiv. Er erwartet, dass sich diese Rahmendaten – steigender Absatz auf den europäischen und internationalen Milchmärkten und mittelfristig knappes Rohstoffangebot – in den kommenden Monaten auf den Erzeugerpreis für Milch auswirken. „Angesichts dieser Rahmenbedingungen erwarten unsere Milchviehhalter steigende Erzeugerpreise. Alles andere ist für unsere Milchbauern nicht nachvollziehbar“, betont Wilhelm Brüggemeier, WLV-Vizepräsident und Vorsitzender des WLV-Milchausschusses. Die Basis für steigende Erzeugerpreise müssen der Lebensmitteleinzelhandel und die Molkereien in ihren aktuellen Kontraktverhandlungen schaffen. „Diese Abschlüsse müssen die knappe Rohstoffverfügbarkeit sowie die guten globalen Rahmenbedingungen berücksichtigen“, sagte Brüggemeier.

Nachdem das EU-Milchaufkommen im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraums um 1 % gesunken ist, rechnet die EU-Kommission für das gesamte Jahr 2019 nur mit einem moderaten Anstieg der EU-Milchmenge um 0,7 %. Für die nächsten Monate wird daher von einer positiven Entwicklung der Milchpreise durch einen Anstieg der Magermilchpulverpreise und einer stetigen Entwicklung bei Butter ausgegangen.

Insbesondere am globalen Milchmarkt setzt sich der positive Preistrend seit Dezember 2019 ohne Unterbrechung fort. Gründe dafür dürften der seit Jahresbeginn 2019 deutlich zugenommene internationale Handel mit Milchprodukten sein (plus 9 % im Jahresvergleich nach Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft).

Auf der Angebotsseite dürfte sich das Rohstoffangebot in Deutschland eher verknappen. So wird aktuell schon die Vorjahreslinie beim Milchangebot um 1,1 %, unterschritten. Laut Brüggemeier werden die Folgen der Dürre des vergangenen Jahres jetzt im Milchangebot verstärkt sichtbar. Ganz besonders beunruhigt die Milchviehalter die Tatsache, dass die Niederschlagsdefizite aus dem Jahr 2018 in vielen Regionen noch nicht ausgeglichen sind. Hält die Trockenheit an, droht eine erneute Futterknappheit auf den Milchviehbetrieben mit entsprechenden Folgen, d.h. sinkender Milcherzeugung.

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