WLV-Präsident: „Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag zur Nutztierhaltung!“

16. September 2019

Münster <wlv> Gestern Abend wurden im WDR-Fernsehmagazin Westpol Filmaufnahmen gezeigt, die Missstände in mehreren Schweine haltenden Betrieben im Kreis Steinfurt (NRW) belegen. Zu den gezeigten Bildern hat heute Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) wie folgt Stellung genommen:

  1. Die Bilder zeigen überwiegend Krankheitssymptome und Verletzungen an Tieren, die nachweislich tierärztlich behandelt wurden. In einigen Fällen aber hätten z.B. Tiere rechtzeitig notgetötet werden müssen, was vielen Bauern schwer fällt. Dies ist menschlich verständlich, letztlich aber nicht akzeptabel – auch nicht für Landwirte. Ich halte es daher für erforderlich, dass sich unsere Tierhalter hier konsequent fortbilden lassen. Nicht akzeptabel ist außerdem das Fehlen von Krankenbuchten.

  2. Immer neue Bilder über Missstände in unseren Schweineställen verstärken den Eindruck, dass unsere derzeitige Form der Tierhaltung in zu vielen Fällen nicht den tierschutzrechtlichen Anforderungen entspricht. In der Konsequenz finden wir in der Gesellschaft immer weniger Verständnis für unser Tun. Auch immer mehr Landwirte wollen die Schweinehaltung so gestalten, dass sie von der Gesellschaft akzeptiert wird.

  3. Wir brauchen daher einen Gesellschaftsvertrag zur Zukunft der Nutztierhaltung – einen Vertrag, der mehr Tierwohl bietet und den Bauern eine wirtschaftliche Perspektive eröffnet. Wir brauchen neue Stallbaukonzepte und einen überzeugenden Vorschlag, wie ein flächendeckender Umbau unserer Ställe finanziert werden kann. Hier ist auch die Wissenschaft gefordert, praktikable Lösungen zu erarbeiten. Die Landwirte sind auf jeden Fall dazu bereit, diesen Weg zu gehen.“

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