Neuausrichtung der Tierhaltung braucht ein verbindliches Ziel und eine verlässliche Finanzierung

26. September 2019

(DBV) Landwirte sind gerade in der Tierhaltung offen für Veränderungen und Weiterentwicklungen, erwarten dabei aber Planbarkeit und Verlässlichkeit. Das wurde auf dem Veredlungstag des Deutschen Bauernverbandes mehr als sichtbar. DBV-Vizepräsident Werner Schwarz machte deutlich, dass sich die Landwirte bereits jetzt intensiv über Veränderungen Gedanken machen und auch handeln. Die Tierhaltungsdebatte werde jedoch mit unverminderter Schärfe geführt. Deswegen wird eine verbindliche nationale Nutztierhaltungsstrategie im Sinne eines Gesellschaftsvertrages immer wichtiger als Rahmen und Leitlinie für die Entwicklung des zukünftigen Weges der Tierhaltung in Deutschland.

Professor Dr. Folkhard Isermeyer stellte eine flächendeckende staatliche Tierwohlprämie in den Mittelpunkt seiner Überlegungen für eine Nutztierstrategie. Das Konzept löste eine lebhafte und intensive Diskussion aus, da es letztendlich erhebliche staatliche Zahlungen an Tierhalter beinhaltet. Erhebliche Fragen bestehen zur Verlässlichkeit von Zielbild und Finanzierung und zur Einbeziehung von Markt und Verbrauchern. Das machten die zahlreichen Fragen der anwesenden Landwirte mehr als deutlich. Aus Sicht von DBV-Vizepräsident Schwarz erfordert dieser Vorschlag aufgrund seiner Tragweite eine intensive Diskussion im Berufsstand, die nun zeitnah geführt werden muss.

WLV-Präsident Johannes Röring verwies ferner auf die Notwendigkeit eines Gesellschaftsvertrages. Nur im Zusammenwirken von allen politischen Parteien, Tier- und Umweltschutzverbänden, Wissenschaft und den Tierhaltern seien dauerhafte tragfähige Lösungen möglich.

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