Kundgebung zeigt beeindruckende Solidarität der Bauern

27. November 2019

Münster <wlv> Die gestrige Großdemonstration Tausender Bauern vor dem Brandenburger Tor in Berlin hat in Medien und Politik ein starkes Echo gefunden. Aus ganz Deutschland waren Bäuerinnen und Bauern mit über 8.000 Traktoren in die Bundeshauptstadt gekommen, um gegen überzogene Auflagen und für tragfähige Perspektiven zu demonstrieren. Auch aus Westfalen-Lippe waren viele Bauern vor Ort, um die von der Initiative „Land schafft Verbindung“ organisierte Demonstration zu unterstützen.

„Die gestrige Demonstration war ein beeindruckendes Zeichen berufsständischer Solidarität und hat Bauern aus den unterschiedlichsten Produktionsrichtungen zusammengeführt. Sie war aber auch ein eindringliches Signal an die politischen Entscheidungsträger in Berlin, die Zukunftsängste vieler Bauernfamilien ernst zu nehmen. Wir brauchen eine Agrar-, Handels- und Umweltpolitik, die der schwierigen Lage vieler Bauernfamilien Rechnung trägt und uns als betroffene Berufsgruppe aktiv einbindet. Ich glaube, dass wir diese Botschaften den anwesenden Bundesministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze sehr klar gemacht haben“, sagte Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), heute in Münster.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband sieht auch die Bauern in der Pflicht, Maßnahmen, z. B. gegen den Rückgang der Artenvielfalt und die Nitratbelastung des Grundwassers, aktiv zu unterstützen. Die derzeit diskutierten Vorschläge zur Novellierung der Düngeverordnung und zur Umsetzung des sogenannten „Agrarpakets“ der Bundesregierung enthalten aus Sicht des Verbands jedoch Einschnitte und Vorgaben, die der Berufsstand in weiten Teilen ablehnt. Zudem sorgt die Art und Weise, in der diese Maßnahmen über die Köpfe der Betroffenen hinweg beschlossen wurden, für erheblichen Unmut bei den Landwirten.

Die Demonstrationsteilnehmer aus Westfalen-Lippe, unter denen sich auch zahlreiche WLV-Kreisverbandsvorsitzende befanden, äußerten nach dem Ende der Demonstration die Erwartung, dass sich der Protest der Bauernfamilien nun auch in einer geänderten Politik niederschlagen müsse. „Wir haben heute viel Verständnis von Vertreterinnen und Vertretern aus Medien und Politik erfahren. Das tat gut. Was wir aber vor allem brauchen, sind Fortschritte in der Sache. Wir erwarten, dass der am kommenden Montag stattfinden Gipfel im Bundeskanzleramt dieser Erwartung auch gerecht wird!“, so der einhellige Tenor der Bauern.

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