Neue Düngeverordnung muss Widersprüche und Zielkonflikte auflösen

16. Januar 2020

WLV wendet sich an NRW-Agrarministerin Heinen-Esser

Münster <wlv> Die Bauernfamilien in Nordrhein-Westfalen fordern deutliche Änderungen der derzeit diskutierten Vorschläge zur Verschärfung des Düngerechts. Dies ist der Tenor eines gemeinsamen Schreibens, das gestern die Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV), Johannes Röring und Bernhard Conzen, an NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser gerichtet haben. Beide Bauernvertreter kritisieren den derzeitigen Referentenvorschlag zur Novelle der Düngeverordnung und mahnen an, offensichtliche Zielkonflikte aufzulösen und fragwürdige Einzelregelungen zu streichen.     

„Der aktuelle Vorschlag ist vielleicht gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Die von der Politik selbst formulierten Ziele im Klima- und Naturschutz können mit der Novelle so nicht erreicht werden. Dies gilt vor allem für die beabsichtigten Regelungen zur Reduzierung der Düngung landwirtschaftlicher Flächen und zur Verschärfung von Dokumentationspflichten“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring.  

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband appelliert an die Landesregierung, in den jetzt im Bundesrat anlaufenden Verhandlungen der Novelle zur Düngeverordnung vor allem folgende Forderungen der Landwirtschaft zu berücksichtigen:

  • Keine Unterdüngung von Pflanzen in nitratsensiblen Gebieten.
  • Keine Einschränkungen für die Düngung in nicht nitratbelasteten Gebieten.
  • Kein Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten in nitratbelasteten Gebieten, da ansonsten der für den Klimaschutz erforderliche Humusaufbau ebenso unmöglich wäre wie ein wirksamer Entzug von Nitraten aus dem Boden durch kräftige Nutzpflanzen.
  • Keine Restriktionen bei der Düngung entlang von Gewässern in Hanglagen.
  • Zurückhaltung bei der Einführung neuer Dokumentationspflichten.


„Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und Ministerin Ursula Heinen-Esser haben sich in den letzten Monaten offen gezeigt für gut begründete Argumente der Landwirtschaft, etwa bei den Themen Messstellennetz und Binnendifferenzierung nitratbelasteter Gebiete. Wir setzen darauf, dass unsere Landesregierung diesen bewährten Kurs auch in den anstehenden Verhandlungen im Bundesrat weiterfahren wird“, so WLV-Präsident Röring.  

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