Milchviehhalter empört: ALDI beabsichtigt Preissenkungen für Milchwaren

06. März 2020

Brüggemeier: „Milchpreise dürfen nicht durch einen Marktriesen diktiert werden!“

Münster <wlv> Rund 3.500 Milchviehbetriebe gibt es in Westfalen-Lippe. Täglich produzieren die Landwirtinnen und Landwirte auf ihren Höfen qualitativ hochwertige Milch, die in nahegelegenen Molkereien zu Frischmilch, Butter, Joghurt, Quark und Käse weiterverarbeitet wird. Im Januar lag der Milchpreis mit 33,6 Cent pro Kilogramm auf einem zu niedrigen Niveau, um ein kostendeckendes Wirtschaften auf den Betrieben zu gewährleisten. Angespannt ist die Lage zusätzlich durch die Trockenheit der vergangenen Jahre, durch die Futterkosten deutlich gestiegen sind. Empört reagiert der Berufsstand deshalb auf eine Ankündigung des Discounters ALDI, der kürzlich mitteilte, Preise für Milchwaren für ALDI Nord und Süd durch die Konzentration der Nachfrage senken zu wollen.

Vor den anstehenden Verhandlungsrunden mit ALDI, bei denen nach Auskunft des verantwortlichen Einkaufsleiters Nicholas Bond zeitnah Preise festgelegt werden sollen, macht WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier deutlich: „Für Dumpingpreise arbeiten wir nicht. Unsere Milch ist mehr wert. Wir garantieren Kuhkomfort und beste Milch aus der Region. Wir fordern ALDI auf, bei den anstehenden Verhandlungen höhere Abgabepreise für frische Milchprodukte zu akzeptieren und nicht zu torpedieren.“ Die angekündigte Verhandlungsführung des Marktriesen missachte Wettbewerbsregeln und sei Ausdruck fehlender Wertschätzung gegenüber den Milchviehbetrieben. „Unfaire Handelspraktiken werden wir nicht akzeptieren. Nach unserer Einschätzung konterkarieren Forderungen nach sinkenden Preisen die positive Marktentwicklung in vielen Segmenten“, so Brüggemeier.

Halbjährlich, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, werden die Preise für die weiße Linie zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel verhandelt, um eine Einigung für den Einkaufspreis zu erzielen. Der Einkaufspreis wird den Molkereien für ihre Milchprodukte, regulär für die nächsten 6 Monate, gezahlt. Auf der Grundlage der verhandelten Preise schließen die Molkereien mit den Milchviehhaltern Abnahmeverträge. 

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