Gemeinsame Pressemeldung mit der Arbeitsagentur

27. März 2020

Erntehelfer gesucht –
Arbeitsagentur bringt Landwirte und Jobsuchende zusammen

Die Landwirte in der Region fürchten um ihre Ernte, denn viele Saisonarbeiter aus osteuropäischen Ländern dürfen nicht mehr einreisen. Helfende Hände werden dringend gesucht. Gleichzeitig möchten sich viele Menschen engagieren und die Bauern unterstützen. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, der Arbeitgeberverband der Westfälisch-Lippischen Land- und Forstwirtschaft e.V. (WLAV) und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV e.V.) starten jetzt eine gemeinsame Aktion, um den Landwirten zu helfen. Ab Montag schaltet die Arbeitsagentur eine Sondertelefonnummer und vermittelt Arbeitsuchende an Betriebe in Münster und dem Kreis Warendorf.

Derzeit läuft die Spargelernte an. Schon bald beginnen die Aussaat und Pflanzung von Obstsorten wie Erdbeeren, Lauch, Gemüse und Kartoffeln. Bundesweit arbeiten pro Jahr dann in der Regel bis zu 300.000 landwirtschaftliche Helfer auf deutschen Höfen. Die Landwirtschaft gehört zu den sogenannten „systemrelevanten“ Branchen. Auch in Münster und im Kreis Warendorf sind in dieser Zeit viele Arbeitsplätze zu besetzen. Stephan Bäcker, Landwirt und Inhaber von Bäcker´s Spargel und Erdbeerhof in Münster, beschäftigt in Spitzenzeiten rund 150 osteuropäische Arbeitskräfte für Pflanz- und Erntearbeiten. Die aktuelle Situation bereitet ihm große Sorgen: „Wir benötigen dringend Helfer, und dies so schnell wie möglich“.

Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, betont: „Die Corona-Krise hat für die Landwirte schwerwiegende Auswirkungen, wenn wir jetzt nicht schnell helfen“. Dies sieht auch Marion von Chamier, Geschäftsführerin des WALV so und weist darauf hin, dass das Fehlen der Erntehelfer auch dazu führen könnte, dass der Spargel nicht in den üblichen Mengen geerntet werden kann. Sie merkt an: „Zugleich sind viele Menschen, die aktuell keine Beschäftigung haben oder in Kurzarbeit sind, hoch motiviert und können sich eine Tätigkeit in der Landwirtschaft gut vorstellen“. In Kooperation mit dem WLAV hat die Arbeitsagentur deshalb einen neuen Vermittlungsdienst auf den Weg gebracht: „Unsere eigens eingerichtete Hotline soll beide Seiten jetzt zügig und unkompliziert zusammenbringen. Damit möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die für uns alle wichtige Landwirtschaft wirksam zu unterstützen“, betont Fahnemann.

Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur Ahlen-Münster nehmen die Arbeitsangebote der landwirtschaftlichen Betriebe und die Daten interessierter Jobsuchender telefonisch entgegen. „Arbeitgeber können die unterschiedlichsten Tätigkeiten bei uns melden. Das können Angebote für Pflanz- oder Erntearbeiten, für das Lager, die Verpackung und den Versand oder auch für den Verkauf sein“, berichtet Fahnemann. Bewerber können ihre Kontaktdaten hinterlassen. „Wir erfassen auch die Interessen, eventuelle Vorkenntnisse und die Einsatzwünsche der Arbeitsuchenden. Auf dieser Basis vermitteln wir zwischen den Unternehmen und passenden Bewerbern. Durch diese Vorauswahl können wir die Landwirte bei der Suche nach Arbeitskräften deutlich entlasten“, erklärt der Agenturchef.

Spargelbauer Stephan Bäcker findet dies sehr wichtig: „Die Arbeiten sind körperlich sehr anstrengend. Das sollte sich jeder, der sich bewerben möchte, vorher klarmachen. Außerdem benötigen wir Kräfte, die über einen gewissen Zeitraum mitarbeiten können. Da ist es gut, wenn die Fachleute in der Arbeitsagentur darüber schon am Telefon beraten“. Marion von Chamier, begrüßt die Vermittlungsinitiative: „Die Natur macht keine Pause. Deshalb müssen wir jetzt handeln. Jeder einzelne Mitarbeiter und jede einzelne Mitarbeiterin ist jetzt eine große Hilfe auf unseren Höfen. Die Hotline bietet Landwirten und Jobsuchenden eine große Chance“.

Die Aktion richtet sich nicht nur an Arbeitslose und Arbeitsuchende. „Wir freuen uns grundsätzlich über Anrufe von Betroffenen der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie“, sagt Fahnemann. Das könnten Solo-Selbstständige oder Studierende sein, deren Aushilfsjobs weggebrochen seien. Aber auch Kurzarbeiter haben durch die neuen gesetzlichen Regelungen nun die Möglichkeit, ihr Einkommen durch eine Tätigkeit in der Landwirtschaft aufzustocken, ohne dass die Nebentätigkeit auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird. „Mit unserer gemeinsamen Initiative möchten wir all jenen helfen, die durch die Corona-Krise in eine finanziell schwierige Situation geraten und dringend auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen sind“, betont Fahnemann und ergänzt: „Wir sind sicher, dass es viele gibt, die jetzt motiviert und tatkräftig mitarbeiten möchten“.

Interessierte Betriebe und Jobsuchende aus Münster und dem Kreis Warendorf können sich ab Montag unter der Rufnummer 0251 698 900 bei der Agentur für Arbeit melden.

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …