WLV begrüßt Änderung der Landesdüngeverordnung

25. März 2020

Beringmeier: „Fachlich überzeugendes Vorgehen der Landesregierung hat Vorbildcharakter!“

Die Überprüfung der Landesdüngeverordnung hatte Ministerin Heinen-Esser bei der Kundgebung im April 2019 in Münster zugesagt. Die Überprüfung hat zu zu einer deutlichen Verringerung der belasteten Kulisse (Rote Gebiete) geführt. In ganz NRW sind die Roten Gebiete um 63 Prozent geschrumpft (siehe Grafik).

Der aktuelle Status kann über elsaweb.nrw.de adressgenau abgerufen werden.

Münster <wlv> Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) bewertet die heute von der NRW-Landesregierung verabschiedete Novelle der Landesdüngeverordnung als Meilenstein auf dem Weg zur Verbesserung der Qualität des heimischen Grundwassers. Mit der neuen Verordnung ist es nach Ansicht des Verbands nun möglich, nitratbelastete Bereiche innerhalb großer Grundwasserkörper zu bestimmen und zielgenaue Schutzmaßnahmen umzusetzen.

„Die Bauernfamilien in Westfalen-Lippe wollen unbelastetes Grundwasser und sehen sich in der Pflicht, landwirtschaftlich verursachte Nitratbelastungen konsequent abzubauen. Das in der neuen Landesdüngeverordnung vorgeschlagene Verfahren, eine Trendumkehr in belasteten Gebieten zu erreichen, überzeugt durch Transparenz und Fachlichkeit. Jetzt haben wir eine gute und auch von der Landwirtschaft akzeptierte Basis, um entschlossen Nitratbelastungen zu verringern. Das fachlich überzeugende Vorgehen der Landesregierung hat bundesweit Vorbildcharakter“, sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier in Münster.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hatten in den letzten Monaten immer wieder nachdrücklich eine Über-arbeitung der bisherigen Landesdüngeverordnung gefordert. NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hatte daraufhin eine Überprüfung als problematisch identifizierter Messstellen und eine zielgenauere Abgrenzung von unbelasteten und belasteten Gebieten zugesagt und umgesetzt.

Die Neuregelung der NRW-Landesdüngeverordnung ist eingepasst in gesetzliche Vorgaben auf Bundesebene. Die bundesweite Düngeverordnung verpflichtet die Bundesländer zur Ausweisung von nitratbelasteten Grundwasserkörpern, erlaubt dabei aber die Abgrenzung von unbelasteten Teilgebieten.

NRW hat mit der Neufassung der Landesdüngeverordnung diese Option aufgegriffen, indem es aktuelle Ergebnisse aus der Grundwasserüberwachung mit Modellberechnungen verbindet. Das dabei entwickelte Modell „GROWA+ NRW 2021“ betrachtet aktuell und hoch auflösend den Einfluss der Landwirtschaft auf die Nitratkonzentration in neu gebildetem Grundwasser und ermöglicht dadurch eine exaktere Abgrenzung belasteter Flächen.

Ungleich kritischer als die Novelle der Landesdüngerverordnung sieht der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband die aktuell parallel laufenden Verhandlungen zur Neufassung der Düngeverordnung auf Bundesebene. „Hier fordern wir nach wie vor deutliche Verbesserungen. Dies betrifft nicht nur Maßnahmen in nitratbelasteten Gebieten, sondern auch unverständliche Auflagen wie grundsätzliche Dokumentationspflichten oder Abstands-regelungen bei Hangneigung. Verantwortlich hierfür sind die Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie die EU-Kommission. Nachdem unsere Landesregierung in NRW fachlich überzeugende Lösungen für die Düngethemen der Landesebene gegeben hat, erwarten wir das Gleiche jetzt auch von Berlin und Brüssel“, so WLV-Präsident Beringmeier.

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