Schluss mit einseitigen Schuldzuweisungen: Mehr Kooperation wagen!

28. Mai 2020

Pressemitteilung von WLV, RLV und LSV NRW

Die Schlussfolgerungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze aus dem jüngsten Bericht „Zur Lage der Natur“ weisen in die falsche Richtung. Der Landwirtschaft die Hauptverantwortung für Fehlentwicklungen in der Natur zuzuweisen, verkennt die multifaktoriellen Wirkungszusammenhänge der zugrundeliegenden Ursachen. Denn tatsächlich ist die Zerschneidung der Landschaft und der Biotope durch Infrastrukturmaßnahmen wie auch durch Siedlungs- und Gewerbeflächen bis hin zur Umsetzung der Energiewende der Kern des Problems und keineswegs – wie im Bericht dargestellt – eine untergeordnete Randerscheinung. Es wird immer offensichtlicher, dass das im Naturschutzgesetz vorgeschriebene Reparatursystem von Ausgleich und Ersatz seine Wirkung verfehlt.

In NRW werden – bei vorsichtiger Schätzung – jährlich mehr als 50 Mio. Euro über das System von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen etwa zum Kauf landwirtschaftlicher Flächen verwendet. Stimmten die Aussagen im Bericht zur Lage der Natur, würden diese Mittel hierzulande größtenteils wirkungslos verpuffen. Statt fortlaufend eine Korrektur und Anpassung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmethoden zu fordern, stünde es dem Bundesumweltministerium gut zu Gesicht, endlich die Hausaufgaben der verfehlten Naturschutzpolitik zu erledigen. Daher fordern wir die Bundesumweltministerin auf, ihre ideenlosen und ideologischen Pläne aufzugeben, mit Ordnungsrecht die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen zu steuern und stattdessen eine Kurskorrektur in der Naturschutzpolitik einzuleiten,

  • die den Verlust landwirtschaftlicher Flächen reduziert und durch intelligente Lösungen die weitere Versiegelung wirkungsvoll begrenzt,

  • die den Fokus auf den eigenen Reformbedarf richtet, statt ständig die bäuerliche Existenzen gefährdende Umverteilung der Agrarförderung zu verlangen,

  • die endlich den Weg für eine moderne und flexible Kompensationsverordnung freimacht,

  • die sich weniger mit Schreibtischnaturschutz beschäftigt und mehr praktische Projekte etwa beim Prädatorenmanagement fördert und

  • die gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie die Notwendigkeit einer gesicherten Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus regionaler Erzeugung anerkennt.

„Mehr Kooperation wagen!“ – so lautet das Konzept der Bauern aus Nordrhein-Westfalen.

  • Wir Landwirte in NRW haben es satt, ständig zum Sündenbock einer verfehlten Naturschutzpolitik gemacht zu werden.

  • Wir Landwirte in NRW stehen für eine konstruktive Allianz zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.

  • Wir Landwirte in NRW arbeiten seit langem auf vielen Ebenen erfolgreich mit dem haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz zusammen.

  • Wir Landwirte in NRW stehen für einen Einklang aus gesicherter Nahrungsmittelversorgung und Naturschutz mit Hilfe moderner Produktionsmethoden.

  • Deshalb fordern wir Landwirte in NRW Bundesumweltministerin Schulze auf, die dringend erforderliche Kurskorrektur in der Politik endlich einzuleiten und mit einem Bekenntnis zu mehr Kooperation auf einseitige Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft zu verzichten.

Bonn, Kevelaer, Münster, 28. Mai 2020


Verantwortlich im Sinne des Presserechtes:

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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV), Kontakt: Hans-Heinrich Berghorn, 0251/4175-107, Hans-Heinrich.Berghorn@wlv.de

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