WLV-Präsident Beringmeier: „Verantwortliche müssen Tierwohl und Tierschutz einen höheren Stellenwert beimessen“

09. Juli 2020

Schweinehaltern bereitet Schlachthofschließung zunehmend Sorge

Münster <wlv> Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Schließung des Schlachthofes Tönnies für die Betriebe mit Schweinehaltung zunehmend ein Problem darstellen. Aus Sicht des Verbandes ist es dringend erforderlich, dass der Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück so bald wie möglich – zumindest teilweise – wieder den Betrieb aufnimmt. Zusätzliche Schlachtkapazitäten müssten an weiteren Standorten geschaffen werden. Bereits bundesweit ist in der Folge ein Rückstau von Schlachtschweinen entstanden, weil die Schlachtkapazitäten nicht vollumfänglich aufgefangen werden. Die angespannte Situation am Markt sei zuletzt auch mit massiven Preissenkungen für Schlachtschweine einhergegangen, die die Schweinehalter in Westfalen-Lippe zusätzlich beunruhigen. Die verantwortlichen Akteure aus Fleischwirtschaft und Politik sind nach Einschätzung des Verbandes dringend gefragt, um tragfähige Lösungen anzubieten, die insbesondere den Tierschutz in den Ställen weiterhin sicherstellen.

„Die Schweine- und Sauenhalter tun alles dafür, um für die in den Ställen verbleibenden Schweine neue Räume und ein angemessenes Platzangebot zu schaffen. Die Situation auf den betroffenen Betrieben spitzt sich zu. Wir fordern, dass die Verantwortlichen den für uns zentralen Aspekten von Tierwohl und Tierschutz bei der Entscheidungsfindung einen höheren Stellenwert beimessen“, sagt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. „Die Gesundheit der Beschäftigten und der Bevölkerung vor Ort müssen bei allen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens weiterhin oberste Priorität haben. Es ist jedoch nicht hinnehmbar, dass die Schweinehalter und ihre Tiere die Leidtragenden einer Hängepartie sind, deren Ende zu unserem Bedauern bis jetzt nicht absehbar ist. Hinzu kommt, dass der Angebotsüberhang an Schlachtschweinen nun zusätzlich genutzt wird, um mitten in dieser Krise die Preise zu drücken“, so Beringmeier. Er appelliert an die Schlachtunternehmen, die Abrechnungsmaske so anzupassen, dass schwere Schweine nicht zusätzlich preislich abgestraft werden.

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